2. Bundesliga

In Minuten: 1. FC Magdeburg erlebt gegen Preußen Münster die Bedeutung eines Sechs-Punkte-Spiels

Der 1. FC Magdeburg durchlebt bei Preußen Münster im Kampf gegen den Abstieg aus der 2. Bundesliga ein sportliches Wechselbad der Gefühle.

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Trainer Petrik Sander hat mit dem 1. FC Magdeburg bei Preußen Münster einen wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt geholt.

Trainer Petrik Sander hat mit dem 1. FC Magdeburg bei Preußen Münster einen wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt geholt.

© Bernd Thissen/dpa

Wo die Bedeutung eines Sechs-Punkte-Spiels herkommt und sich die Gefühlslage innerhalb von wenigen Minuten in so einer Partie auf dramatische Art und Weise ändern kann, konnte der 1. FC Magdeburg am Sonntagnachmittag bei seinem Gastspiel bei Preußen Münster erleben. War die Mannschaft von Petrik Sander eben noch 0:1 in Rückstand und auf fünf Punkte hinter dem Gegner in der Blitztabelle zurückgefallen, so war man wenige Minuten später nach Aberkennung des Treffers der Gastgeber und einem eigenen Tor nicht nur mit einer 1:0-Führung auf dem Weg in der Kabine, sondern auch selbst einen Punkt vor Münster.

Ein paar Minuten kippen das Spiel für den 1. FC Magdeburg

Vom letzten Platz der 2. Bundesliga war der FCM nun auf den vorletzten geklettert und die Preußen ihrerseits das zwischenzeitliche Schlusslicht. „Es waren ein paar Minuten, die dieses Spiel gekippt haben“, sagt FCM-Trainer Sander nach dem Schlusspfiff. „Das ist im Fußball manchmal so, es geht schnell. Bei Münster war nach dem Abseitstor ein Knacks drin und wir gehen in dieser Phase in Führung.“

Nach den vollen 90 Minuten und der Nachspielzeit war Sander froh, „mal wieder ein richtiges Erfolgserlebnis in Form von drei Punkten zu sammeln“. Während der Magdeburger Trainer das am Mikrofon von TV-Sender sagte, war noch der 3:1 (1:0)-Sieg seiner Mannschaft vor 10.642 Zuschauern im Preußenstadion, bei dem Mateusz Zukowski (45.+2, Foulelfmeter, 72.) und Raymond Tachie (90.+5) die Tore für Magdeburg erzielten, zu sehen.

Etienne Amenyidos (80.) Tor für Münster reichte nicht für die Wende. Magdeburg klettert an Münster vorbei auf Rang 17, hat jetzt nur noch einen Punkt Rückstand auf die Nichtabstiegsränge. „Ich glaube, wir brauchen uns nicht in die Tasche lügen, das war schon ein Sechs-Punkte-Spiel. Ich habe auch mit der Mannschaft gesprochen, dass es extrem wichtig sein wird, dass wir Mentalität zeigen“, sagte Baris Atik - und versicherte mit Blick auf den Abstiegskampf: „Die Mannschaft ist bereit. Ich kann auf die Jungs zählen und weiß, dass wir das packen werden.“

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Davon ist auch Petrik Sander überzeugt. In Münster aber musste der Trainer umstellen; ersetzte den gelb-gesperrten Dariusz Stalmach im Mittelfeld durch Silas Gnaka und Alexander Nollenberger  (Leistenprobleme) auf der Außenbahn durch Lubambo Musonda. Der FCM setzte auf frühes Pressing und hohe Ballgewinne, konnte daraus aber keinen Gewinn ziehen. Die Gastgeber wirkten nach dem 0:6 aus der Vorwoche nicht verunsichert und standen in der letzten Linie stabil und aufmerksam.

Dramatische Minuten vor der Pause

Die Preußen schafften es oft, den Magdeburger Spielaufbau so zu behindern, dass die Gäste den Rückwärtsgang suchten - Teil der von Sander verordneten Risikovermeidung. Kurz vor der Pause wurde es dramatisch: Jorrit Hendrix' Schuss nach einer Ecke wurde von Zukowski ins Tor abgefälscht (41.) - doch nach VAR-Check nahm Schiedsrichter Robert Schröder den Treffer wegen Abseits zurück. Kurz darauf gab es Strafstoß für den FCM. Musonda war gefoult worden, Zukowski verwandelte souverän.

Nach der Pause hatte der FCM weniger eigenen Ballbesitz und auch weniger Zeit, konstruktiv etwas aufzubauen. Münster erarbeitete sich ein immer stärkeres Übergewicht, während vom FCM nur wenig zu sehen war. Beide Trainer wechselten dreifach - und Magdeburgs Zukowski (72.) traf erneut, auf Vorlage des eingewechselten Connor Krempicki. Die Entscheidung war dies nicht, denn Münster belohnte sein Anrennen durch Amenyido (80.). Am Ende blieb das Bemühen umsonst: Tachie traf ins leere Tor und sorgte für Erleichterung bei seinem Trainer: „Es ist alles so nervenaufreibend, dass man ganz gut eine Pause gebrauchen kann“, sagte er vor dem spielfreien kommenden Länderspiel-Wochenende.

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