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100 km/h am Abend: Heute fegt der Herbststurm den goldenen Oktober weg

Herbststurm in Deutschland: Der DWD warnt am Freitag vor Böen bis 100 km/h, Höhepunkt am Abend. Wo es am stärksten stürmt und wie es jetzt weitergeht.

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Volle Krone im Sturm: Ende Oktober tragen viele Bäume noch ihr Laub und bieten dem Wind eine große Angriffsfläche. Am Freitagabend drohen Böen bis 100 km/h. (Symbolbild)

Volle Krone im Sturm: Ende Oktober tragen viele Bäume noch ihr Laub und bieten dem Wind eine große Angriffsfläche. Am Freitagabend drohen Böen bis 100 km/h. (Symbolbild)

© Imago/Andreas Vitting

Ein markantes Sturmtief zieht am Freitag von Westen über Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst warnt für den Abend vom Rheinland bis ins Emsland vor schweren Sturmböen bis 100 km/h, auf den Bergen sind bis 110 km/h möglich. Wer heute Abend unterwegs ist, sollte Alleen und Waldwege meiden.

Am Morgen ist das Land noch zweigeteilt. Im Osten und Südosten beginnt der Tag nach Nebel und leichtem Frost freundlich, im Westen regnet es bereits. Bis zum Mittag schiebt sich der Wind bis in die Mitte Deutschlands vor.

Sturm heute: Ab dem Abend kracht es im Westen

Von Westen und Südwesten lebt der Wind rasch auf. Verbreitet sind stürmische Böen zwischen 55 und 75 km/h zu erwarten, auf den Bergen Sturmböen und orkanartige Böen bis 110 km/h.

Am Abend und in der ersten Nachthälfte erreicht der Sturm seinen Höhepunkt. In den westlichen Landesteilen drohen dann Sturmböen bis 85 km/h, zwischen Rheinland und Emsland bis 100 km/h. Über der offenen Nordsee erreichen die Böen ebenfalls Windstärke 10. An der Küste kommt der Wind dabei ungewöhnlich aus Südost, also vom Land her.

Im Südwesten können ab dem Nachmittag einzelne starke Gewitter mit Sturmböen bis 85 km/h hinzukommen. Erst in der zweiten Nachthälfte lässt der Wind langsam nach.

Welche Kreise betroffen sind, zeigen die amtlichen Warnungen auf der Warnkarte des DWD und in der Warnwetter-App. Die Warnstufen können sich im Tagesverlauf noch ändern. Garten- und Balkonmöbel sollten vor dem Abend gesichert sein.

Samstag: Kühler, nasser und weiter stürmisch

Am Samstag lässt der Wind etwas nach, stürmisch bleibt es trotzdem. Im Nordosten regnet es weiter, im Westen und Süden zeigt sich zwischendurch die Sonne. Laut wetter.com kommen die Höchstwerte nur noch auf 10 bis 13 Grad, nach bis zu 17 Grad am Freitag.

In der Nacht zum Samstag fallen in den Alpen oberhalb von etwa 1200 bis 1500 Metern bis zu fünf Zentimeter Neuschnee. Im Südosten und in den Hochlagen der Mittelgebirge gibt es leichten Nachtfrost.

In Berlin und Brandenburg kommt der Regen erst am Nachmittag an. Der stärkste Wind bleibt im Westen, im Nordosten bleibt es dafür bis in den Samstag hinein nass.

Viermal so viel Kraft: Das Laub wird zum Segel

Die Böen dieses Sturms bringt fast jeder Wintersturm mit sich. Gefährlich macht ihn der Kalender. Ende Oktober tragen die meisten Laubbäume noch ihr volles Blätterkleid, eine belaubte Krone bietet dem Wind ein Vielfaches an Angriffsfläche. Im Januar fährt derselbe Wind durch kahle Äste fast ungehindert hindurch.

Dazu kommt die Physik: Die Kraft des Windes wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Doppelt so starker Wind bedeutet die vierfache Last auf Ast und Stamm, rechnet der Meteorologe Dominik Jung in einer Wetterkolumne bei Merkur vor.

Der Regen der vergangenen Tage macht das Laub schwer und weicht den Boden auf. Die Wurzeln verlieren Halt, im schlimmsten Fall kippt ein Baum samt Wurzelteller um.

Erinnerung an „Xavier“: Warum Oktoberstürme so viel umwerfen

Wie folgenreich ein Sturm bei vollem Laub sein kann, zeigte Orkantief „Xavier“ im Oktober 2017. Er war deutlich stärker als das heutige Tief, doch die Schäden entstanden vor allem durch umstürzende Bäume. Sieben Menschen starben, die Bahn stellte den Fernverkehr in Norddeutschland stundenlang ein.

In diesem Jahr kommt die Trockenheit hinzu. Laut der Statistik von wetterprognose-wettervorhersage.de fielen im September bundesweit nur rund 36 Liter Regen pro Quadratmeter, der Juli brachte eine historische Dürre. Geschwächte Bäume und Totholz brechen schon bei Böen, die ein gesunder Baum wegsteckt.

Wer heute Abend oder in der Nacht zum Samstag fahren muss, sollte mehr Zeit einplanen und vorher Verkehrsmeldungen und Bahn-App prüfen. Nasses Laub macht Straßen und Schienen zusätzlich rutschig.

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Wann wird es wieder ruhig?

Zum Sonntag zieht bereits das nächste Tief heran, an der Nordsee sind dann erneut kräftige Böen möglich. In derselben Nacht wird die Uhr auf Winterzeit zurückgestellt, mehr dazu in unserem Überblick zur Zeitumstellung.

Ab Montag beruhigt sich das Wetter unter Hochdruckeinfluss. Wohin der Herbst danach steuert, hängt auch am Rekord-El-Niño im Pazifik. Für Dienstag sind nach aktuellem Stand bis zu 21 Grad möglich.

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