USA

100 Tage Trump: US-Präsident feiert sich – und erklärt Umfragetief für gefälscht

Seit Januar fällt Donald Trump eine umstrittene Entscheidung nach der anderen. Der Republikaner selbst findet seine Bilanz nach 100 Tagen: extrem gut.

Katerina Alexandridi
3 Min
US-Präsident Donald Trump kurz vor seiner Rede zu seinem 100. Tag im Amt

US-Präsident Donald Trump kurz vor seiner Rede zu seinem 100. Tag im Amt

© Jim Watson/AFP

US-Präsident Donald Trump hat den 100. Tag seiner zweiten Amtszeit mit einem Auftritt in Wahlkampfmanier gefeiert: Er lobte seine bisherigen Erfolge, attackierte seine politischen Gegner und kündigte an, seine Präsidentschaft für tiefgreifende Veränderungen nutzen zu wollen.

Die Monate seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar seien die „erfolgreichsten ersten 100 Tage einer Regierung in der Geschichte unseres Landes“, behauptete der Republikaner vor Anhängern im Bundesstaat Michigan. „Wir holen uns unser Land von einer kranken politischen Klasse zurück, die dadurch reich geworden ist, Amerika zu verkaufen und ausbluten zu lassen. Wir lassen so etwas nicht mehr zu.“

In seiner Rede pries sich Trump selbst in höchsten Tönen und ging politische Gegner einmal mehr scharf an. Der US-Präsident lästerte bei dem Auftritt ausgiebig über seinen Amtsvorgänger, den Demokraten Joe Biden, den er als sabbernden, senilen Mann darstellte und als „verrückten Typen“ bezeichnete. „Wie zum Teufel konnte dieser Kerl jemals Präsident werden“, spottete Trump. Die Demokraten beschimpfte er pauschal als „radikale Irre“, „Kriminelle“ und „kranke Leute“, Zehntausende Bundesbeamte als „inkompetent“ und „korrupt“.

Trump hob Fortschritte in der Einwanderungspolitik hervor: So sei die Zahl der Grenzübertritte von 140.000 im März des Vorjahres auf knapp über 7000 gesunken. Das Weiße Haus ergänzte, dass während seiner Amtszeit bislang rund 65.700 Menschen abgeschoben worden seien – im Vergleich zu über 270.000 Abschiebungen unter Präsident Biden im vergangenen Jahr. Während seiner Rede zeigte Trump zudem ein Video, das die Ausweisung Abgeschobener aus den USA und deren Verbringung in ein Mega-Gefängnis in El Salvador dokumentierte.

Trump tut schlechte Umfrageergebnisse als „gefälscht“ ab

Der 78-Jährige beklagte sich auch über „linksradikale Richter“, die seine Politik zu stoppen versuchten, und voreingenommene Medien, die fast ausschließlich negativ über ihn berichteten. Schlechte Umfrageergebnisse zu seinen ersten 100 Tagen tat er allesamt als gefälscht ab.

Trump betonte, er lasse sich durch nichts aufhalten. Unter dem Jubel seiner Anhänger listete er zahlreiche umstrittene Entscheidungen aus den ersten Monaten seiner Präsidentschaft auf und versprach als nächsten Schritt großangelegte Steuersenkungen. „In den kommenden Wochen und Monaten werden wir die größten Steuersenkungen in der amerikanischen Geschichte auf den Weg bringen“, sagte Trump – und versprach einmal mehr ein „goldenes Zeitalter“ für Amerika mit niedrigen Verbraucherpreisen, höheren Löhnen und der „besten Wirtschaft in der Geschichte der Welt“. Fachleute warnen dagegen angesichts Trumps radikaler Zollpolitik vor höherer Inflation und einem langsameren Wirtschaftswachstum. (mit dpa)

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