Nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat die kolumbianische Regierung vor einer möglichen Invasion durch die Vereinigten Staaten gewarnt. Die Äußerungen Trumps kämen der „Androhung einer Invasion oder eines militärischen Vorgehens gegen Kolumbien“ gleich, sagte Innenminister Armando Benedetti am Montag im Sender Blu Radio.
Trump hatte am Sonntag erklärt, sollte Kolumbiens Präsident Gustavo Petro den Drogenanbau in seinem Land nicht stoppen, würden „die USA das für ihn tun – und zwar nicht auf sanfte Weise“. Benedetti sagte dazu: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie man mehrere Hektar Land schließen könnte, es sei denn auf diese Weise, es sei denn durch eine Invasion.“ Selbst das Besprühen von Drogenanbauflächen mit Pestiziden durch die USA würde die Souveränität Kolumbiens verletzen, fügte er hinzu.
Trump friert Hilfen ein und greift Petro scharf an
Die Beziehungen zwischen Washington und Bogotá hatten sich zuletzt deutlich verschlechtert. Trump gab am Sonntag die sofortige Einstellung der US-Finanzhilfen für das südamerikanische Land bekannt. Er warf Petro vor, trotz „umfangreicher Zahlungen und Zuschüsse von den USA“ nichts gegen die Kokainproduktion zu unternehmen, und beschuldigte den linksgerichteten Staatschef, „die massive Drogenproduktion aktiv zu fördern“. Bereits im September hatte die US-Regierung erklärt, Kolumbien nicht länger als Verbündeten im Anti-Drogen-Kampf zu betrachten.
Petro wies die Vorwürfe zurück und erklärte, Trump lasse sich von seinen „Beratern täuschen“. Als Reaktion berief Kolumbien seinen Botschafter aus Washington zurück. Das Außenministerium in Bogotá bestätigte, der Diplomat sei bereits im Land eingetroffen. Weitere Schritte wolle die Regierung im Laufe des Tages bekanntgeben.
Maduro: USA sind größte Bedrohung seit 100 Jahren
Auch in Venezuela warnte die Regierung von Präsident Nicolás Maduro vor einer möglichen US-Invasion, nachdem Trump Kriegsschiffe in die Karibik entsandt hatte, die nach US-Angaben gegen den Drogenschmuggel vorgehen sollen. Maduro sprach von der „größten Bedrohung, die unser Kontinent in den vergangenen hundert Jahren gesehen hat“. Der venezolanische Staatschef drohte, im Falle eines Angriffs verfassungsrechtlich eine „Republik unter Waffen“ auszurufen. Venezuela werde sich „niemals Erpressung oder Bedrohungen jeglicher Art“ beugen. Caracas ließ daraufhin Militärübungen zur Landesverteidigung abhalten.
In den vergangenen Wochen hatten US-Schiffe mindestens sechs mutmaßliche Drogenboote angegriffen, dabei kamen nach offiziellen Angaben mindestens 27 Menschen ums Leben. Petro warf Washington zudem vor, bei einem Einsatz in kolumbianischen Hoheitsgewässern einen Fischer getötet zu haben, der nichts mit dem Drogenhandel zu tun gehabt habe.
Trumps Krieg gegen Südamerika: Die USA wollen China vom Kontinent vertreiben
Viktor Orbán: Wenn der Krieg endet, wird die Wirtschaft aufatmen
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]