Angriffe auf Boote

Lage vor Venezuela spitzt sich zu: Maduro droht mit 5000 russischen Raketen

Die Spannungen zwischen Washington und Caracas nehmen weiter zu. Venezuelas Präsident Maduro droht mit russischen Raketen, während das Pentagon neue Angriffe auf mutmaßliche Drogenboote meldet.

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Venezuelas Präsident Nicolás Maduro

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro

© Federico Parra/AFP

Im Konflikt zwischen den USA und Venezuela droht eine weitere Eskalation. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro brachte am Mittwoch das russische Raketenarsenal seines Landes ins Spiel. Sein Land verfüge über „nicht weniger als 5000“ Boden-Luft-Raketen vom Typ Igla-S, sagte der Staatschef in einer im Fernsehen übertragenen Zeremonie mit Armeechefs. Die Raketen seien „an wichtigen Luftverteidigungspositionen“ stationiert, „um den Frieden zu sichern“.

Die russischen Kurzstreckenraketen kamen bereits bei Militärübungen zum Einsatz, die Maduro als Reaktion auf die Entsendung von US-Kriegsschiffen in die Karibik angeordnet hatte. Beobachter werten die jüngste Äußerung als Warnsignal an Washington – kurz nachdem das Pentagon zwei weitere Angriffe auf mutmaßliche Drogenschmuggelboote im Pazifik bestätigt hatte.

Pentagon bestätigt neue Angriffe vor der Küste Venezuelas 

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums wurden bei den jüngsten Angriffen fünf Menschen getötet. „Zwei Drogenterroristen“ seien bei dem ersten Angriff ums Leben gekommen, teilte Verteidigungsminister Pete Hegseth auf der Plattform X mit. Später gab er einen zweiten Angriff bekannt, bei dem drei weitere Menschen getötet wurden.

Hegseth erklärte, eines der Boote habe sich nach Geheimdiensterkenntnissen auf „einer bekannten Transitroute für den Drogenhandel“ befunden und Drogen an Bord gehabt. „So wie al-Qaida Krieg gegen unsere Heimat geführt hat, führen diese Kartelle Krieg gegen unsere Grenze und unser Volk. Es wird keine Zuflucht und keine Vergebung geben – nur Gerechtigkeit“, schrieb der Minister.

Laut Pentagon erfolgten die Angriffe in internationalen Gewässern vor der südamerikanischen Küste. Es handelt sich um den ersten Angriff dieser Art im Pazifik – zuvor hatte sich der US-Militäreinsatz auf die Karibik konzentriert. Insgesamt hat es damit mindestens neun Angriffe auf mutmaßliche Drogenboote gegeben, bei denen nach Angaben von Reuters mindestens 37 Menschen getötet wurden.

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Der Verteidigungsminister bezeichnete die Operationen als Teil eines „bewaffneten Konflikts“ gegen Drogenkartelle. Auch US-Präsident Donald Trump hatte die Kartelle zuvor als „nicht staatliche bewaffnete Gruppen“ eingestuft und erklärt, ihre Handlungen stellten „bewaffnete Angriffe auf die Vereinigten Staaten“ dar. Die USA hätten „die rechtliche Befugnis“, solche Angriffe auszuführen, sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus.

Lateinamerika reagiert empört

Kritiker in den USA und Lateinamerika zweifeln an der Rechtmäßigkeit der Einsätze. Das Pentagon hat bislang keine Beweise vorgelegt, dass es sich bei den getroffenen Zielen tatsächlich um Boote von Drogenschmugglern handelte. Mehrere Abgeordnete beider Parteien bemängelten zudem eine unzureichende Information des Kongresses.

Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro bezeichnete die US-Angriffe als „Mord“ und erklärte, sie verstießen gegen internationales Recht. Kolumbien und Venezuela warnten vor einer US-Invasion.

Die Spannungen in der Region nahmen weiter zu, nachdem Kolumbien seinen Botschafter aus Washington zurückgerufen hatte. Zuvor hatte Trump Petro beschuldigt, „massiv die Drogenproduktion zu fördern“. Der US-Militäreinsatz, ursprünglich als Anti-Drogen-Operation gestartet, entwickelt sich damit zunehmend zu einem geopolitischen Konflikt zwischen Washington, Caracas und mehreren lateinamerikanischen Regierungen.

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