Vor Beginn der UN-Klimakonferenz COP30 in der kommenden Woche hat Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva China offenbar aufgefordert, bei der Finanzierung grüner Technologien und Investitionsprojekte zu helfen. Bei einem Treffen mit dem chinesischen Vize-Premierminister Ding Xuexiang habe Lula Peking gedankt und um Unterstützung für Initiativen zur Klimawende und -resilienz gebeten, berichtet die South China Morning Post (SCMP) unter Berufung auf eine mit den Gesprächen vertraute Quelle.
China entsendet dem Bericht zufolge eine 300-köpfige Delegation zur COP30 in Belém, der Hauptstadt des Amazonas-Bundesstaates Pará. Das Land wolle damit seine wachsende Präsenz bei den UN-Klimaverhandlungen unterstreichen, während sich andere Großmächte zurückziehen. Die USA werden voraussichtlich keine hochrangige Delegation schicken.
Fonds soll Staaten für Erhalt von Tropenwäldern belohnen
Brasilien versuche bisher vergeblich, China von einer Beteiligung am Fonds „Tropical Forests Forever Facility“ (TFFF) zu überzeugen, so die SCMP. Der Fonds soll Staaten für den Erhalt ihrer Tropenwälder belohnen. Lula sehe China als potenziellen Anführer, um die Lücke zu füllen, die der Rückzug der USA vom Pariser Abkommen hinterlassen habe.
In einem Gastbeitrag für den Guardian forderte Lula die Staats- und Regierungschefs auf, die diesjährige Klimakonferenz zur „COP der Wahrheit“ zu machen. „Wenn wir es nicht schaffen, von Reden zu konkreten Maßnahmen überzugehen, werden unsere Gesellschaften das Vertrauen verlieren – nicht nur in die COP30, sondern auch in den Multilateralismus und die internationale Politik im Allgemeinen“, schrieb er.
Lula kündigte die Einrichtung des TFFF als „innovatives Investitionsinstrument“ an, bei dem sowohl Waldnationen als auch Investoren profitieren sollen. Brasilien wolle mit gutem Beispiel vorangehen und eine Milliarde US-Dollar (ca. 868.000 Euro) in den Fonds investieren. Lula forderte weiterhin mehr Unterstützung von reichen Ländern. Diese hätten von einer kohlenstoffbasierten Wirtschaft profitiert und müssten nun „ihrer Verantwortung gerecht werden“.
Lula forderte alle Länder auf, ebenso ambitionierte nationale Klimaschutzpläne vorzulegen wie Brasilien. Das Land habe sich demnach verpflichtet, bis 2035 seine Emissionen um 59 bis 67 Prozent im Vergleich zu 2005 zu senken und dabei alle Treibhausgase und Wirtschaftssektoren einzubeziehen.
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