In Thailand drohen ab sofort hohe Geldstrafen für den Konsum von Alkohol am Nachmittag. Mit der Änderung des Alkoholkontrollgesetzes werden auch die Beschränkungen für Werbung und Vermarktung deutlich verschärft, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hervorgeht. Das nun eingeführte Alkohol-Verbot zwischen 14 und 17 Uhr gilt demnach auch für Touristinnen und Touristen.
Der Verkauf von Alkohol ist in Thailand bereits seit dem Jahr 1972 in den meisten Einzelhandelsgeschäften und Supermärkten in diesem Zeitraum verboten. Auch zwischen Mitternacht und 11 Uhr galt bislang ein Konsumverbot.
Einzelpersonen können nach der Gesetzesänderung für Verstöße mit Geldstrafen von 10.000 Baht (etwa 270 Euro) oder mehr belegt werden – und zwar sowohl für den Konsum als auch dafür, dass sie in verbotenen Zeiten oder an verbotenen Orten bedient werden. So gilt bereits ein generelles Trinkverbot in der Nähe von Schulen, Tempeln, Tankstellen und Regierungsgebäuden.
Opposition fordert Verkauf von Alkohol rund um die Uhr
Oppositionspolitiker kritisierten die neuen Regeln scharf. Taopiphop Limjittrakorn, Parlamentsabgeordneter der People’s Party und ein lautstarker Befürworter einer Liberalisierung des Alkoholmarkts, sagte laut Bloomberg, die Maßnahme stehe im Widerspruch zu den Bedürfnissen von Wirtschaft und Tourismus.
Limjittrakorn fügte hinzu, dass die neuen Regeln ausländische Touristen „verwirren“ könnten. „Ein Tourist, der ein Getränk vor Beginn der Sperrzeit bestellt, es aber erst danach konsumiert, könnte mit einer Geldstrafe belegt werden“, sagte er und warnte, die Vorschriften könnten Thailands Ruf als gastfreundliches Land schädigen. „Der Verkauf von Alkohol sollte rund um die Uhr erlaubt sein.“
Strenge Alkohol-Regeln in Thailand: Das sind die Gründe
Die strengen Alkohol-Regeln in Thailand haben kulturelle, religiöse und gesundheitspolitische Gründe. Der Buddhismus, dem etwa 95 Prozent der thailändischen Bevölkerung angehören, spielt dabei eine zentrale Rolle, da übermäßiger Alkoholkonsum als Verstoß gegen die buddhistischen Tugenden gilt.
Die Regierung verfolgt zudem das Ziel, Alkoholmissbrauch und dessen gesellschaftliche Folgen wie Verkehrsunfälle, häusliche Gewalt und Gesundheitsprobleme einzudämmen. Deshalb gibt es zeitliche Verkaufsbeschränkungen, ein striktes Werbeverbot für alkoholische Getränke, hohe Steuern auf Alkohol und ein Mindestalter von 20 Jahren für den Konsum. An buddhistischen Feiertagen und Wahltagen ist der Alkoholverkauf sogar komplett verboten.
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