Trotz Absage der regulären Silvesterparty in Berlin soll es zum Jahreswechsel 2025/26 trotzdem eine rauschende Feier geben – mit dem längsten Feuerwerk in ganz Europa. „Diesen Titel jedenfalls haben wir uns schon gesichert“, freut sich Armin Mostoffi Kamari, Mit-Organisator der alternativen Silvesterveranstaltung am Brandenburger Tor, wie zuvor die MOZ berichtete.
Angemeldet ist die Silvesterparty als Demonstration unter dem Motto „Lasst uns Silvester retten“. Die Anmeldung erfolgte bereits im Sommer bei der Polizei vom Verein Warriors. Der Verein hatte am Brandenburger Tor ein Solidaritätskonzert für die Ukraine organisiert und betreibt in Berlin das Haus der Demokratie und Menschenrechte.
Der Vereinsvorsitzende Holger Werner reagierte mit der Alternativ-Veranstaltung auf die Nachricht, dass die große ZDF-Silvestershow erstmals nicht in Berlin, sondern in Hamburg stattfinden wird.
Redebeiträge und ein buntes Musikprogramm
Hintergrund ist die Streichung der Zuschüsse durch den Berliner Senat. Die insgesamt 130 Millionen Euro Einsparungen im Kulturbereich sollen nun auch das Hauptthema bei der Kundgebung am Brandenburger Tor sein, wie Kamari erklärt. „Berlin lebt vom Tourismus, und den gäbe es nicht ohne die Berliner Kultur“, sagt der 55-jährige gebürtige Charlottenburger.
Auf der Bühne zu Silvester werden dann unter anderem der Künstler Kani Alavi von der East Side Gallery und Fabian Drescher, Präsident von Hertha BSC, erwartet, die über Zusammenhalt und gesellschaftliche Verantwortung reden wollen.
Daneben wollen die Veranstalter ein Musikprogramm mit Pop, Klassik und Elektro den Besuchern präsentieren. Auf der zwei Kilometer langen Meile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule sind zudem auch wieder ein Riesenrad sowie vier große LED-Leinwände geplant.
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Der Veranstalter muss auch für die Sicherheit der Besucher sorgen. „Inzwischen haben wir schon das dritte Koordinationsgespräch mit der Polizei hinter uns“, berichtet Kamari, der auch die Funktion als Versammlungsleiter übernommen hat. „Silvester ist generell Ausnahmezustand in Berlin, das wissen wir. Doch der Vorteil dabei ist, dass in dieser Nacht sowieso alle Rettungsdienste in Bereitschaft sind.“
Aber auch ein Sanitätsdienst und Security-Mitarbeiter müssen gestellt werden. Die Kosten dafür werden derzeit auf 50.000 bis 70.000 Euro geschätzt. Das Geld soll demnächst unter anderem mithilfe eines Spendenaufrufs der Webseite https://weareberlin.eu/ eingesammelt werden. Probleme könnte es geben, weil die landeseigene Veranstaltungsagentur „Kulturprojekte Berlin“ am Brandenburger Tor ebenfalls eine Silvesterfeier mit einem Drohnen-Lichtspektakel statt eines Feuerwerkes plant.
Feuerwerk mit dem Namen „Die wilde Rose“
Mostoffi ist zuversichtlich, dass das Projekt des alternativen Kultur-Bündnisses gelingen kann. „Inzwischen ist auch die Tourismus-Agentur Visit Berlin auf uns zugekommen und will uns unterstützen.“
Ab 1 Uhr nachts, wenn die Mehrzahl der Familien nach Hause geht, soll dann elektronische Musik gespielt werden. „Die Straße des 17. Juni soll zum größten Dancefloor der Welt werden.“
Bis zum Party-Ende um 6 Uhr morgens sollen insgesamt 16 Techno-Kollektive aus allen Bundesländern auftreten. „Acht haben sich schon angemeldet“, berichtet Kamari, der selbst als Pionier der elektronischen Musik gilt, der Techno aus dem Berliner Underground geholt hat.
„Wir wollen wieder bei der Nachwende-Romantik ansetzen und ein neues Wir-Gefühl hervorholen“, betont Kamari. „Wir wünschen uns, etwas Neues mit Herz und Seele auf die Beine stellen zu können, das die Menschen wieder berührt.“
So haben er und seine Mitstreiter selbst dem Berliner Feuerwerk einen Namen gegeben: „Die wilde Rose“. Geplant ist, dieses um Mitternacht mithilfe von Pyrotechnik symbolisch in 180 Metern über der Siegessäule aufgehen zu lassen. So wolle man mit dem großen Silvesterfeuerwerk auch an eine besondere Berliner Pflanze erinnern: die Sängerin Hildegard Knef. „Natürlich wird dann auch ihr Lied: ‚Für mich soll's rote Rosen regnen‘ gespielt.“
Während die Höhen-Feuerwerke in Paris auf acht Minuten und in London auf zwölf Minuten begrenzt seien, soll der Himmel über Berlin 13 bis 15 Minuten lang erstrahlen. „Die Stadt braucht wieder Superlative“, findet Kamari, der selbst in Berlin-Kreuzberg zu Hause ist.
Die Veranstalter rechnen mit 50.000 bis 100.000 Besuchern – zur letzten offiziellen Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin kamen ungefähr 65.000 Besucher.
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