Familie aus Hamburg

Mutter und Kinder sterben in Türkei-Urlaub: Zwei weitere Männer betroffen

Es ist ein Fall, der viele Fragen aufwirft: Eine Mutter und ihre beiden Kinder sterben, nachdem sie offenbar verdorbenes Streetfood gegessen haben. Nun werden weitere Fälle bekannt.

Josephin Hartwig
Josephin Hartwig
3 Min
Ein Krankenwagen in Istanbul. Drei Deutsche starben während ihres Urlaubs in der türkischen Metropole.

Ein Krankenwagen in Istanbul. Drei Deutsche starben während ihres Urlaubs in der türkischen Metropole.

© IMAGO/Alexander Ryumin

Nach dem Tod einer Mutter und ihrer Kinder aus Hamburg in der Türkei werden weitere Fälle bekannt. Offenbar sind zwei weitere Hotelgäste mit Anzeichen einer Vergiftung in Krankenhäuser gebracht worden, wie mehrere Medien am Samstag übereinstimmend berichten. Sie hätten über Symptome wie Übelkeit und Erbrechen geklagt, berichtet der Sender CNN Türk . Nach Angaben der Zeitung „Hurriyet“ handelt es sich bei den Betroffenen um einen Italiener und einen Marokkaner. Ihr Gesundheitszustand gilt demnach aber bislang nicht als lebensbedrohlich.

Zuvor war bekannt geworden, dass eine junge Familie aus Hamburg mit türkischen Wurzeln während eines Urlaubsaufenthalts in Istanbul unter tragischen Umständen ums Leben gekommen war. Die Mutter und ihre zwei Kinder im Alter von sechs und drei Jahren starben, nachdem sie an verschiedenen Streetfood-Ständen in der Stadt gegessen hatten. Der Vater liegt noch auf der Intensivstation und kämpft um sein Leben.

Die Familie war am Dienstag im Istanbuler Stadtteil Ortaköy unterwegs und hatte unter anderem Muscheln gegessen. Am Mittwoch suchten sie wegen Übelkeit und Erbrechen ein Krankenhaus auf, wurden jedoch zunächst wieder entlassen. Wenig später entdeckte die Mutter ihre beiden Kinder leblos im Hotelzimmer. Die gesamte Familie wurde erneut ins Krankenhaus gebracht, wo die Kinder und die Mutter verstarben.

Ist eine Lebensmittelvergiftung der Grund für die Todesfälle?

Die Behörden gehen derzeit von einer Lebensmittelvergiftung aus, haben jedoch auch eine Mordkommission eingeschaltet, um eine mögliche absichtliche Tat nicht auszuschließen. Vier Straßenhändler wurden festgenommen, denen fahrlässige Tötung vorgeworfen wird. Allerdings ist bislang nicht offiziell bestätigt, ob die verzehrten Speisen tatsächlich die Todesfälle verursacht haben. Das Hotel, in dem die Familie untergebracht war, steht nun im Fokus der Ermittlungen.

Die ersten Untersuchungsergebnisse der Verstorbenen werfen weitere Fragen auf. Laut der regierungsnahen Zeitung „Sabah“ seien bislang keine eindeutigen Hinweise auf eine Vergiftung festgestellt worden. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft schließt jedoch eine absichtliche Tat nicht komplett aus und lässt auch Hinweise auf Mord oder Selbstmord prüfen.

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Die Mutter und ihre beiden Kinder sollen am Samstag in der westtürkischen Stadt Afyonkarahisar beigesetzt werden, von wo die Familie stammt. Der türkische Justizminister Yilmaz Tunc teilte mit, dass an den Orten, an denen die Familie gegessen hatte, Proben entnommen wurden. Ein Laden im Stadtteil Besiktas, der im Verdacht steht, die Lebensmittelvergiftung verursacht zu haben, wurde von den Behörden auf unbestimmte Zeit versiegelt.

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