Der ranghöchste General des Sudans hat einen von amerikanischen Vermittlern vorgelegten Vorschlag für einen Waffenstillstand als „den bislang schlechtesten“ zurückgewiesen. In einer vom Militär am späten Sonntag veröffentlichten Videobotschaft erklärte General Abdel Fattah al-Burhan, der Vorschlag sei inakzeptabel, und warf den Vermittlern vor, in ihren Bemühungen zur Beendigung des Krieges „befangen“ zu sein.
Im Sudan, dem drittgrößten Land Afrikas, liefern sich seit April 2023 die Armee von Militärherrscher al-Burhan und die paramilitärische Gruppe der Rapid Support Forces (RSF) einen blutigen Machtkampf. Nach 18-monatiger Belagerung übernahmen die RSF Ende Oktober die Kontrolle über Al-Faschir – die letzte große Stadt in der Region Darfur, die noch nicht von der Miliz kontrolliert wurde. Berichten zufolge kam es in der Stadt zu zahlreichen Gräueltaten, etwa Massenhinrichtungen von Zivilisten.
In der vergangenen Woche hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, er werde sich unter anderem auf Bitten des saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman des Themas annehmen und einen Friedensplan für das vom Konflikt zerrüttete Land erarbeiten.
Al-Burhan kritisiert Rolle von Abu Dhabi als Vermittler
Al-Burhan hatte den Vorstoß Trumps, einen Vorschlag für einen Waffenstillstand vorzulegen, zunächst begrüßt. Es handle sich um eine „ehrliche“ Initiative – gleichzeitig forderte er von den Vermittlern: „Wenn ihr eine Lösung wollt, dann kommt mit einer positiven Haltung, kommt mit einem angemessenen Ansatz.“
Massad Boulos, Berater der USA für Afrika-Angelegenheiten und Vermittler in dem Konflikt, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press, dass der jüngste Vorschlag eine drei Monate lange humanitäre Waffenruhe vorsieht, gefolgt von einem neunmonatigen politischen Prozess.
Der vorgelegte Vorschlag entspricht nun jedoch offenbar nicht den Erwartungen al-Burhans. Er warf den Vermittlern vor, zu denen neben den USA auch Saudi-Arabien, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gehören, voreingenommen zu sein, solange Abu Dhabi mit am Tisch sitze. Den VAE wurde in dem Konflikt vorgeworfen, die RSF-Miliz mit Waffen beliefert zu haben, was Abu Dhabi jedoch bestreitet.
Sudan: RSF-Miliz stimmt neuem Vorschlag offenbar zu
In seiner Videoansprache vom Sonntag kritisierte al-Burhan nun, der vorliegende Vorschlag „schafft die Streitkräfte ab, löst die Sicherheitsbehörden auf und belässt die Miliz dort, wo sie ist“.
Außerdem warf er dem amerikanischen Vermittler Massad Boulos vor, seine Seite zu bedrohen. „Wenn das die Richtung ist, in die die Vermittlung geht, betrachten wir sie als befangen – besonders Massad Boulos, der uns bedroht und spricht, als wolle er uns Dinge aufzwingen. Wir fürchten, dass er ein Hindernis für den Frieden sein könnte, den wir Sudanesen alle wollen“, sagte der Armeechef.
Der Krieg hat Zehntausende getötet, zwölf Millionen Menschen vertrieben und eine der weltweit größten Hunger- und Vertreibungskrisen ausgelöst. Beide Konfliktparteien hatten Verhandlungsversuche bislang abgeblockt, da sie laut Analysten jeweils glauben, den Krieg auf dem Schlachtfeld gewinnen zu können. Die RSF-Miliz stimmte dem jüngsten Vorschlag laut France24 nun jedoch zu.
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