Energie

Trotz US-Druck: Indien importiert offenbar wieder russisches Öl

Mehrere indische Raffinerien haben offenbar ihre Käufe von russischem Öl wieder aufgenommen. Was sind die Gründe dafür?

3 Min
Eine Ölpumpe in Russland (Symbolbild)

Eine Ölpumpe in Russland (Symbolbild)

© Maksim Bogodvid/SNA/imago

Die staatlichen indischen Raffinerien Indian Oil Corp. (IOC) und Bharat Petroleum Corp. (BPCL) haben offenbar russisches Rohöl für die Lieferung im Januar gekauft. Grund dafür sind Preisnachlässe und reichlich Angebot von nicht sanktionierten Verkäufern, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet.

Die nicht näher bezifferte Anzahl von Ladungen wurde demnach mit einem Preisnachlass von rund fünf US-Dollar (rund 4,30 Euro) pro Barrel gegenüber dem Referenzpreis Dated Brent von neuen Händlern gesichert. Vor einem Monat lag der Abschlag Bloomberg zufolge noch bei drei Dollar pro Barrel.

USA verhängten Sanktionen gegen russische Ölproduzenten

Indiens Gesamtkäufe von russischem Rohöl werden jedoch voraussichtlich nicht mehr als ein Drittel des bisherigen Niveaus aus dem laufenden Jahr betragen – also maximal etwa 600.000 Barrel pro Tag. Auf die von US-Sanktionen betroffene Raffinerie Nayara Energy Ltd., die teilweise im Besitz von Rosneft PJSC ist, entfällt typischerweise mehr als die Hälfte davon.

Russland würde dem Bericht zufolge unter Berücksichtigung von Rabatten und Frachtkosten etwa 40 bis 45 Dollar pro Barrel verdienen. Der globale Ölpreis lag in den vergangenen Monaten häufig zwischen 60 und 80 US-Dollar pro Barrel. Die Zahlungen sollen in US-Dollar und Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate erfolgen.

IOC, Indiens größte Raffinerie, kauft seit mehreren Wochen nicht sanktioniertes russisches Rohöl und hat auch einige Lieferungen im Dezember angenommen. BPCL hat in dieser Zeit keine russischen Ladungen übernommen, hieß es. IOC und BPCL reagierten laut Bloomberg zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

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Wegen russischem Öl: Trump verhängt Zölle gegen Indien

Die Käufe bestätigen eine vorsichtige Rückkehr einiger indischer Raffinerien zu russischem Öl, trotz Druck aus den USA. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat Indien wegen seines Kaufs von russischem Öl wiederholt kritisiert und Zölle in einer Höhe von 50 Prozent gegen das Land verhängt.

Die USA haben zudem vier der größten russischen Ölproduzenten sanktioniert, nämlich Rosneft, Lukoil PJSC, Surgutneftegaz und Gazprom Neft. Banken, die mit indischen Raffinieren zusammenarbeiten, achten deshalb besonders auf den Handel mit russischem Öl. Die Sanktionen könnten Bloomberg zufolge dazu führen, dass Russland seine Position als Indiens wichtigster Rohöl-Lieferant verliert. Andere Länder wie Saudi-Arabien könnten in Zukunft wieder eine größere Rolle spielen, hieß es.

Einige indische Raffinerien wie Mangalore Refinery and Petrochemicals Ltd. und HPCL-Mittal Energy Ltd. halten sich Bloomberg zufolge weiterhin vollständig von russischem Rohöl fern. Die private Raffinerie Reliance Industries erklärte demnach Ende November, sie werde die Verarbeitung von russischem Öl in einem Teil ihrer riesigen Raffinerie in Jamnagar einstellen.

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