Auf dem ostdeutschen Fliegerhorst Holzdorf wird am Mittwoch der erste Schritt zur Inbetriebnahme des neuen Flugabwehrsystems Arrow 3 gemacht. Der Militärflughafen am Bundeswehrstandort Schönewalde liegt südlich von Berlin auf der Landesgrenze zwischen Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen.
Generalinspekteur Carsten Breuer und der Inspekteur Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, werden die sogenannte Anfangsbefähigung des in Israel beschafften Waffensystems erklären, wie die Luftwaffe erklärte. Dies bedeutet, dass erste Systemanteile in Betrieb genommen werden: Radar, Startgeräte und geschultes Personal sind verfügbar, um den Schutzbetrieb in einem begrenzten Umfang aufzunehmen.
Die Beschaffung des israelischen Flugabwehrsystems ist eine Reaktion auf die Bedrohung durch Russland. Arrow soll dabei eine Lücke in der Abwehr schließen. Die Bundeswehr erstmals die Fähigkeit zur Bekämpfung von anfliegenden ballistischen Flugkörpern außerhalb der Erdatmosphäre. Das Verteidigungssystem soll feindliche Raketen in einer Höhe bis über 100 Kilometern zerstören können - eine Fähigkeit, die es in der Bundeswehr bisher nicht gibt. Der Luftwaffenstützpunkt Schönewalde/Holzdorf ist dabei der erste von drei geplanten Arrow-Standorten.
Arrow 3 wurde gemeinsam von Israel und den USA entwickelt. Der „Pfeil“ kann feindliche Flugkörper außerhalb der Atmosphäre im beginnenden Weltraum durch einen direkten Treffer zerstören. Das System bildet damit die oberste Schicht eines Verteidigungssystems.
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Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht die Luftverteidigung Deutschlands und seiner Partner deutlich gestärkt. „Wir erlangen damit erstmals die Möglichkeit zur Frühwarnung und zum Schutz unserer Bevölkerung und Infrastruktur vor weitreichenden ballistischen Raketen. Mit dieser strategischen Fähigkeit, die im Kreis unserer europäischen Partner einmalig ist, sichern wir unsere zentrale Rolle im Herzen Europas“, so der SPD-Politiker gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Die Stationierung von Arrow 3 sorgte immer wieder für Debatten in Brandenburg. Ein BSW-Landtagsabgeordneter hatte die Koalitionsgespräche im vergangenen Jahr mit der SPD wegen der sogar Raketenstationierung infrage gestellt.
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