Russlands Präsident Wladimir Putin hat der Ukraine mit einer vollständigen militärischen Eroberung des Donbass gedroht, sollte Kiew seine Truppen nicht aus der Region abziehen. „Entweder wir befreien diese Gebiete mit Waffengewalt oder die ukrainischen Truppen verlassen diese Gebiete“, sagte Putin laut einem von Reuters zitierten Interviewausschnitt aus einem Gespräch mit dem indischen Sender India Today.
Putin verwies demnach darauf, dass Russland diese Forderung bei Gesprächen mit den Vereinigten Staaten wiederholt habe. Er sagte laut russischen Staatsmedien, Washington habe eine Aufteilung eines 28-Punkte-Plans zu einem möglichen Friedensabkommen in vier Themenblöcke vorgeschlagen.
CNN berichtete unter Berufung auf Staatsmedien, Putin habe erklärt, Russland werde den Donbass und „Noworossija“ „in jedem Fall“ erobern – militärisch oder auf anderem Wege. Der Begriff „Noworossija“ („Neurussland“) stammt aus der Zeit des Russischen Kaiserreichs und bezeichnet historische Gebiete im heutigen Süden und Osten der Ukraine, die Moskau nun erneut für sich beansprucht.
Die Ukraine weist die Forderungen zurück. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in der Vergangenheit mehrfach betont, Russland dürfe nicht für einen Angriffskrieg belohnt werden. Moskau kontrolliert laut Reuters derzeit rund 19,2 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets, darunter die 2014 annektierte Krim sowie große Teile der Regionen Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja.
Gespräche in Moskau ohne Durchbruch
Putin traf am Dienstag in Moskau mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zusammen. Die Unterredung sei „sehr nützlich“ gewesen, zitierte die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass Putins Einschätzung. Grundlage der Gespräche seien Vorschläge gewesen, die er und US-Präsident Donald Trump im August in Alaska besprochen hätten.
Das Treffen in Moskau endete nach Angaben aus Moskau ohne Durchbruch. Die neue Dynamik im Ukraine-Prozess, angestoßen durch russisch-ukrainisch-amerikanische Geheimgespräche im Herbst dieses Jahres, ist damit schneller verflogen als gedacht.
US-Präsident Donald Trump erklärte später, Witkoff und Kushner hätten ihn telefonisch über die Gespräche informiert. Nach ihrem Eindruck sei Putin „an einem Abkommen interessiert“ gewesen. Die Gespräche seien „sehr gut“ verlaufen, sagte Trump. „Was bei diesem Treffen herauskommt, kann ich Ihnen nicht sagen, denn zum Tango gehören zwei.“ Weitere Details nannte er nicht.
Putins Kriegslogik blockiert Trumps Friedenspläne: Warum die Ukraine-Verhandlungen scheitern
Europa bremst den Ukraine-Prozess: Warum das Kreml-Treffen ohne Durchbruch endete
Treffen in Florida: Ukrainische Verhandler in den USA
Witkoff trifft sich nach Angaben aus US-Regierungskreisen am heutigen Donnerstag erneut mit dem ukrainischen Chefunterhändler Rustem Umerow in Florida. An dem Treffen werde auch Kushner teilnehmen, berichtete AFP unter Berufung auf einen Regierungsvertreter.
Die Ukraine sieht weiterhin keinen Raum für Zugeständnisse. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf X, die Ukraine bereite sich auf weitere Gespräche mit den USA vor. „Derzeit hat die Welt eindeutig das Gefühl, dass es eine echte Chance gibt, den Krieg zu beenden“, so Selenskyj.
Aus dem Kreml hieß es, in zentralen Territorialfragen sei „noch keine Kompromisslösung“ gefunden worden. Russland kontrolliert nach Angaben von Reuters derzeit rund 19,2 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets, darunter die Krim sowie große Teile der Regionen Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja. Auch über diese Gebiete wurde gesprochen.
Putin warf nach Angaben von Tass europäischen Staaten vor, den Versuch des US-Präsidenten Trump zu behindern, den Krieg zu beenden. Sie unterbreiteten Vorschläge, von denen sie wüssten, dass sie für Moskau „absolut inakzeptabel“ seien.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]