Interview

Sudan-Helfer: „Drohnen lassen keine Zeit, um noch in ein Loch zu klettern“

Ein Einschlag unweit der deutschen Klinik von Cap Anamur tötete 48 Menschen. In Deutschland ist das kein Thema, beklagt der Geschäftsführer Bernd Göken.

Cedric Rehman
Cedric Rehman
6 Min
Bernd Göken von Cap Anamur reist immer wieder über beschwerliche Routen in die schwer zugängliche Region in den Nuba-Bergen.

Bernd Göken von Cap Anamur reist immer wieder über beschwerliche Routen in die schwer zugängliche Region in den Nuba-Bergen.

© Jürgen Escher/Cap Anamur

Von Selektionen war die Rede, als die RSF-Miliz Ende Oktober die Stadt Al-Faschir in der Region Darfur im Westen Sudans eroberte. Die Milizkämpfer sollen laut Menschenrechtsorganisationen Männer aus nicht arabischen Volksgruppen systematisch ermordet haben. Berichte über Gräuel schreckten die Weltöffentlichkeit für einige Tage auf. Dann verschwand der Sudan wieder aus den Schlagzeilen. Die USA drängten nach dem Fall von Al-Faschir auf eine Waffenruhe. Die RSF-Miliz erklärte sich bereit, für drei Monate die Kämpfe einzustellen. Die das Land seit 2021 regierende Armee hat den US-Plan abgelehnt. Nur wenige internationale Organisationen unterstützen die unter Hunger leidende Bevölkerung im Sudan. Die deutsche Nothilfeorganisation Cap Anamur hält den Betrieb ihrer Klinik in den Nuba-Bergen im Süden des Landes aufrecht. Geschäftsführer Bernd Göken reist regelmäßig in den Sudan. Er berichtet von einem tödlichen Angriff in der Nähe der deutschen Klinik und analysiert, warum das Töten weitergeht.

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