Insolvenzen

Neue Statistik: Pleitewelle in Deutschland auf 10-Jahres-Hoch

Die Zahl der Firmenpleiten ist auf den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt gestiegen. Diese Unternehmen sind besonders betroffen.

Kai Kleinwächter
Kai Kleinwächter
2 Min
Räumungsverkauf wegen Schließung. Die Anzahl der Insovenzen steigt deutlich.

Räumungsverkauf wegen Schließung. Die Anzahl der Insovenzen steigt deutlich.

© Elke Münzel/imago

Die Anzahl der Insolvenzen von Unternehmen und Verbrauchern hat im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Die Bundesstatistik zog in den am Freitag veröffentlichten Wirtschaftsstatistiken einen drastischen Vergleich: Mehr beantragte Unternehmensinsolvenzen als 2025 hatte es zuletzt 2014 gegeben. Somit befinden sich die Insolvenzen befinden sich auf einem 10-Jahres-Hoch.

Insolvenzen: Kleinstunternehmen und Mittelstand besonders betroffen

Besonders stark betroffen sind Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten, die 81,6 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen ausmachen. Schwerpunkte sind vor allem der Verkehrssektor sowie Bauwirtschaft und Gastgewerbe. Die Fallzahlen in diesen Branchen liegen inzwischen rund ein Drittel über dem Niveau von 2019.

Speziell in diesen Branchen sind viele Betriebe hoch verschuldet, haben Schwierigkeiten, neue Kredite zu bekommen, und kämpfen mit strukturellen Belastungen wie hohen Energiepreisen und Regulierungen. Diese Mischung aus verschiedenen Faktoren setzt vor allem den Mittelstand unter massiven Druck, so Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.

Starke Zunahme der Privatinsolvenzen

Auch bei den Verbrauchern setzte sich der Negativtrend fort. Hauptursache für den Anstieg der Privatinsolvenzen ist die zunehmende Überschuldung. Laut Creditreform gelten bundesweit 5,67 Millionen Bürger als überschuldet. Hohe Lebenshaltungskosten, Stellenstreichungen und steigende Arbeitslosigkeit bringen viele Haushalte an ihre Grenzen.

Für das Jahr 2026 kommt es wohl zu einem weiteren Anstieg der Insolvenzen. Die am Donnerstag veröffentlichte Prognose des ifo Instituts sagt für nächstes Jahr nur ein geringes Wachstum voraus. Hohe Kosten, Bürokratie und die anhaltende Konjunkturschwäche setzen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft weiter unter Druck.

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