Eskalation in Nordsyrien

Syrien versinkt erneut im Chaos: „Es droht ein Massaker an den Kurden“

Während IS-Kämpfer ausbrechen und die Kurden unter Beschuss geraten, setzt der Westen weiterhin auf Übergangspräsident Al-Scharaa. Das Land steht am Abgrund.

Raphael Schmeller
Raphael Schmeller
7 Min

Mehr als ein Jahr nach dem Sturz von Baschar al-Assad kommt Syrien nicht zur Ruhe. Der Versuch des ehemaligen Dschihadisten und heutigen Präsidenten Ahmed al-Scharaa, das Land politisch und territorial zu einen, mündet derzeit im Norden und Nordosten in neue militärische Eskalationen. Seit Wochen liefern sich dort Regierungstruppen heftige Kämpfe mit den kurdisch angeführten Demokratischen Kräften Syriens (SDF).

Nach dem Ende der Assad-Herrschaft im Dezember 2024 übernahm die Übergangsregierung zwar die Kontrolle über den Großteil Syriens, nicht jedoch über die kurdisch verwalteten Gebiete im Nordosten. Diese Region, bekannt als Rojava, hatte sich im Bürgerkrieg als weitgehend autonome, multiethnische und progressive Selbstverwaltung etabliert. Eigene Institutionen, eine starke Beteiligung von Frauen, religiöse Toleranz und basisdemokratische Strukturen machten Rojava für viele im Westen zu einer politischen Ausnahmeerscheinung in der Region.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*