Kolumne

Ostdeutsche Identitätspolitik: Sie ist kein Zeichen von Spaltung, sondern von verspäteter Selbstbehauptung

Der Osten bekommt eine eigene Zeitung – und noch vor der ersten Ausgabe hagelt es Kritik. Was das über westdeutsche Vorurteile verrät.

Marlen Hobrack
Marlen Hobrack
8 Min
Ostdeutsche Identitätspflege: Salome Selnack, das „Stollenmädchen“ im Jahr 2022, vor einem Simson-Moped.

Ostdeutsche Identitätspflege: Salome Selnack, das „Stollenmädchen“ im Jahr 2022, vor einem Simson-Moped.

© jmfoto/imago

Über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung eine Zeitung ins Leben zu rufen, die ihre ostdeutsche Herkunft im Namen trägt, das mag so manchem merkwürdig erscheinen. Denn sie führt ja in diesem Namen, was auf den ersten Blick nicht zusammenpassen will: eben das Allgemeine und das Partikulare, das Besondere. Die mögliche Kritik, die einer solchen Zeitung entgegenschlägt, ist vorhersehbar: Handelt es sich um „Ostdeutschtümelei“, die Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk den Ostdeutschen ganz allgemein unterstellt? Oder gar um eine unangenehme neue Spielart der Ostalgie?

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