Geopolitik und Energie

Chinas größter Ölkonzern setzt Käufe von venezolanischem Rohöl aus

Chinas größter Ölkonzern setzt den Handel mit venezolanischem Rohöl aus. Nach dem Eingreifen der USA wächst die Unsicherheit auf dem globalen Ölmarkt.

Raphael Schmeller
Raphael Schmeller
2 Min

Der chinesische Staatskonzern PetroChina, Asiens größter Öl- und Gasproduzent, wird vorerst kein Rohöl aus Venezuela kaufen oder handeln. Das Unternehmen habe seine Händler angewiesen, venezolanisches Öl nicht anzufassen, solange die aktuelle Lage geprüft werde, berichteten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Auslöser ist die jüngste Übernahme der Kontrolle über Venezuelas Ölexporte durch die USA nach der Entführung von Präsident Nicolás Maduro. Washington hat internationalen Handelshäusern wie Vitol und Trafigura erlaubt, venezolanisches Rohöl zu vermarkten. Die Erlöse sollen in einen von den USA überwachten Fonds fließen.

USA übernehmen Kontrolle über Venezuelas Ölexporte

PetroChina hatte seine Importe aus Venezuela bereits 2019 eingestellt, nachdem die damalige US-Regierung unter Präsident Donald Trump Sanktionen gegen den venezolanischen Ölsektor verhängt hatte. Zuvor war der Konzern der größte einzelne Abnehmer venezolanischen Rohöls. Auch diesmal fürchtet PetroChina, durch neue Käufe gegen US-Vorgaben und Sanktionsregeln zu verstoßen.

Hinzu kommen wirtschaftliche Gründe. Venezolanisches Öl hat für Käufer deutlich an Attraktivität verloren. Der Preisvorteil gegenüber der internationalen Referenzsorte Brent ist seit Dezember um rund zehn US-Dollar pro Barrel geschrumpft. Während früher Abschläge von bis zu 15 Dollar üblich waren, bietet der Händler Vitol das Rohöl derzeit nur noch mit einem Nachlass von etwa fünf Dollar pro Barrel an.

Chinas Raffinerien suchen neue Lieferanten

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern dürfte sich das Angebot venezolanischen Öls für China weiter verknappen. Chinesische Abnehmer könnten stattdessen verstärkt auf Lieferungen aus Kanada, Russland oder Iran ausweichen.

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Zwar ist China der größte Käufer venezolanischen Rohöls, doch machte dieses zuletzt nur rund vier Prozent der chinesischen Ölimporte aus – überwiegend für kleinere, unabhängige Raffinerien. Die chinesische Regierung hatte die Umleitung venezolanischer Ölexporte in Richtung USA zuletzt scharf kritisiert.

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