„Bürokratieabbau“

Massiver Stellenabbau und Investitionen in KI: Amazon streicht 16.000 Stellen

Bei Amazon findet bereits die zweite Massenentlassung in drei Monaten statt. Der Online-Riese will nach eigenen Angaben Hierarchien abbauen.

2 Min

Der US-Technologiekonzern Amazon hat angekündigt, weltweit rund 16.000 Stellen zu streichen. Dies geht aus einem Blogbeitrag von Beth Galetti, Vizepräsidentin für Personalwesen, hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Es ist die zweite Massenentlassung innerhalb von drei Monaten – im Oktober hatte Amazon bereits 14.000 Arbeitsplätze abgebaut.

Welche Abteilungen betroffen sind, ging aus Galettis Mitteilung nicht hervor. Nach Angaben von Insidern müssen sich die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS), der Einzelhandel und die Personalabteilung auf Kürzungen einstellen, wie Reuters bereits am Freitag berichtete. Insgesamt hat Amazon seit Oktober rund 30.000 Stellen gestrichen – etwa zehn Prozent der Unternehmensbelegschaft von 350.000 Mitarbeitern.

KI als Treiber des Stellenabbaus

Amazon-Chef Andy Jassy hatte bereits im Juni 2025 erklärt, dass Effizienzgewinne durch Künstliche Intelligenz die Zahl der Büroarbeitsplätze voraussichtlich sinken lassen würden. „Wir werden weniger Menschen für einige der Aufgaben brauchen, die heute erledigt werden, und mehr Menschen für andere Arten von Tätigkeiten“, sagte er damals.

In einem internen Schreiben vom Oktober bezeichnete Amazon die aktuelle KI-Generation als „die transformativste Technologie seit dem Internet“, die Unternehmen ermögliche, „viel schneller als je zuvor zu innovieren“. Konzerne setzen KI zunehmend ein, um Code zu schreiben und Routineaufgaben zu automatisieren.

Parallel zu den Kürzungen investiert Amazon massiv in KI und den Ausbau von Rechenzentren. Das Unternehmen erwartet für 2026 Investitionsausgaben von 125 Milliarden US-Dollar – der höchste Wert unter den großen Technologiekonzernen, wie der US-Sender CNBC berichtete.

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Jassy relativier Rolle der KI: „Es geht um Kultur“

Gegenüber Analysten relativierte Jassy die Rolle der KI jedoch: Die Reduzierungen seien „nicht wirklich finanziell bedingt und auch nicht wirklich KI-bedingt“. Vielmehr gehe es um die Unternehmenskultur und den Abbau von Bürokratie. Amazon habe zu viele Hierarchieebenen angehäuft.

Galetti wies Spekulationen über regelmäßige Entlassungswellen zurück: „Das ist nicht unser Plan.“ Betroffene US-Mitarbeiter erhalten 90 Tage Zeit, um sich intern auf neue Stellen zu bewerben.

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