Mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind regelmäßig Tabakrauch in privaten Fahrzeugen ausgesetzt. Folgen sind laut einer Studie des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) eine schlechtere Gesundheit und eine höhere Wahrscheinlichkeit, selbst zu rauchen.
Finanziert hatte die Studie die Deutsche Allgemeine Krankenkasse (DAK). Die Wissenschaftler befragten dafür rund 25.000 Schüler im Alter von neun bis 17 Jahren aus 14 Bundesländern. Fast elf Prozent von ihnen gaben an, oft oder sehr oft in einem Auto mitzufahren, in dem geraucht wird.
Forderung nach gesetzlichem Rauchverbot im Auto
„Kinder, die Passivrauch ausgesetzt sind, leiden häufiger unter Infektionen der oberen Atemwege, Mittelohrentzündung und Asthma“, erklärte Studienleiter Professor Reiner Hanewinkel. Die Daten zeigen zudem: Jugendliche mit niedrigem sozialem Status sind häufiger von Passivrauchen betroffen und konsumieren selbst öfter Nikotinprodukte. Die Belastungen durch E-Zigaretten wurden nicht untersucht.
Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Prof. Kerstin von der Decken forderte ein Rauchverbot im Auto bei Anwesenheit von Minderjährigen. In Ländern wie England, Frankreich, Italien und Österreich gilt ein solches Verbot bereits. Der Bundesrat habe sich wiederholt für eine entsprechende Gesetzesänderung eingesetzt, so die Ministerin.
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