Das Handelsdefizit zwischen Deutschland und China hat im vergangenen Jahr einen historischen Höchststand erreicht. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) übertraf der Wert der Importe aus China die Exporte dorthin um rund 90 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um etwa ein Drittel.
Besonders problematisch sind die sinkenden Exporte von Deutschland nach China. Diese gehen seit 2022 kontinuierlich zurück. Die Importe aus China haben den damaligen Höchstwert aber nicht wieder erreicht.
Die Herausforderung besteht darin, dass China inzwischen zum wichtigsten Handelspartner Deutschlands aufgestiegen ist. Mit einem Außenhandelsumsatz von 251,8 Milliarden Euro überholte es sogar die USA. Damit wiegt das Handelsdefizit schwer.
Ökonomen vermuten Wettbewerbsverzerrungen
Das IW sieht in der gegenläufigen Entwicklung von Importen und Exporten ein starkes Indiz für unfaire Handelspraktiken. Die chinesische Währung sei gegenüber dem Euro deutlich unterbewertet, zudem subventioniere China seine Wirtschaft stärker als jedes andere Land, erklärten die Kölner Ökonomen. Chinesische Waren würden dadurch künstlich verbilligt.
Dass Deutschland mit den meisten anderen Handelspartnern weiterhin Überschüsse erziele, spreche gegen rein inländische Wettbewerbsprobleme als Ursache. Das IW fordert eine robuste handelspolitische Antwort aus Brüssel auf diese Verzerrungen.
Chinas Außenhandel erreicht 2025 neues Rekordniveau
Der Scheinriese Brics: Warum der Staatenblock größer wirkt, als er ist
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]