Thüringen

Erfurt: Erster Moschee-Neubau mit Kuppel und Minarett in Thüringen wird eröffnet

Die Ahmadiyya-Gemeinde weiht nach mehrjähriger Bauzeit die Mahmud-Moschee in der thüringischen Landeshauptstadt ein. Dem gingen Anfeindungen und teils erhebliche Widerstände voraus.

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Die Mahmud-Moschee in Erfurt.

Die Mahmud-Moschee in Erfurt.

© IMAGO/Paul-Philipp Braun

Nach mehrjähriger Bauzeit und erheblichen Widerständen hat die Ahmadiyya-Gemeinde am Samstag in Erfurt Thüringens ersten Moschee-Neubau mit Kuppel und Minarett eröffnet. Die Mahmud-Moschee im Ortsteil Marbach wurde ausschließlich aus Spenden finanziert.

Der Grundstein für das Gebäude war bereits 2018 gelegt worden. Zahlreiche Verzögerungen und anhaltende Anfeindungen begleiteten das Projekt über die gesamte Bauphase hinweg. Schon vor dem offiziellen Baubeginn im Jahr 2016 hatten bis zu 700 Menschen gegen den Moscheebau demonstriert. Zu den Protesten hatte unter anderem die AfD mobilisiert.

Es kam zu teils erheblichen Anfeindungen

Die Auseinandersetzungen gingen weit über friedliche Demonstrationen hinaus: In sozialen Netzwerken verbreiteten sich teils offen gewaltverherrlichende Videos. Auf dem Baugrundstück wurden wiederholt Protest-Kreuze aufgestellt und Schweinekadaver zur Provokation aufgespießt.

Zur feierlichen Eröffnung waren nach Angaben eines Sprechers der Gemeinde geladene Gäste geladen. Am Sonntag öffnet die Moschee ihre Türen für die Öffentlichkeit. Die Gemeinde will damit Einblicke in den muslimischen Glauben ermöglichen und den Austausch mit der Stadtgesellschaft fördern.

Gebetshaus soll Ort des interreligiösen Dialogs werden

Das Gebetshaus solle auch ein Ort des interreligiösen Dialogs und der Begegnung sein, erklärte die Gemeinde. Die Moschee stehe für Frieden, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt und gelte als sichtbares Zeichen der Religionsfreiheit in Deutschland.

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat wurde 1889 in Indien gegründet und versteht sich als weltweite islamische Reformbewegung. In Deutschland zählt die Gemeinschaft mehr als 50.000 Mitglieder in rund 250 Gemeinden. Im Jahr 2013 erhielt die deutsche Ahmadiyya-Gemeinde als erste muslimische Gemeinschaft in Deutschland den Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts.

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