Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat den weiteren Ausbau des Atomwaffenarsenals seines Landes zur obersten Priorität erklärt. Gleichzeitig signalisierte er Gesprächsbereitschaft mit US-Präsident Donald Trump – allerdings nur unter der Bedingung, dass Washington den Nuklearstatus Nordkoreas anerkennt.
„Es ist der feste Wille unserer Partei, unsere nationale Nuklearmacht weiter auszubauen und zu stärken und unseren Status als Nuklearstaat voll auszuschöpfen“, sagte Kim, wie Reuters unter Verweis auf die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete. „Wir werden uns auf Projekte konzentrieren, die die Anzahl der Atomwaffen erhöhen und die nuklearen Einsatzmittel erweitern.“
Kim Jong-un droht Südkorea
Geplant seien unter anderem leistungsfähigere Interkontinentalraketen, U-Boot-gestützte Startvorrichtungen sowie Angriffssysteme mit künstlicher Intelligenz. Das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI) schätzte im vergangenen Jahr, Nordkorea besitze rund 50 Atomsprengköpfe und habe genügend spaltbares Material für 40 weitere.
Kim signalisierte zudem Gesprächsbereitschaft mit den USA: „Wenn die USA ihre Konfrontationspolitik gegenüber Nordkorea aufgeben und den aktuellen Status unseres Landes respektieren, gibt es keinen Grund, warum wir nicht gut mit den USA auskommen können.“ Zuletzt hatte Kim Annäherungsversuche von US-Präsident Donald Trump nicht angenommen.
Der südkoreanische Geheimdienst hatte laut Reuters spekuliert, dass Trump Kim im Rahmen seiner China-Reise Ende März treffen könnte. Kim bezeichnete Südkorea als den „feindlichsten Feind“. Die versöhnliche Haltung der aktuellen südkoreanischen Regierung sei „plump, trügerisch und ungeschliffen“.
Nordkorea könnte „willkürliche Maßnahmen ergreifen“, wenn Südkorea ein „unangemessenes Verhalten“ zeige, drohte Kim und fügte hinzu: „Ein vollständiger Zusammenbruch Südkoreas kann nicht ausgeschlossen werden.“
Der Parteitag endete mit einer Militärparade in Pjöngjang. Es war laut Reuters zunächst unklar, ob und welche militärische Ausrüstung ausgestellt wurde. Für Aufsehen sorgte die Anwesenheit von Kims Tochter Ju-ae, die neben ihrem Vater auf der Tribüne stand. Der südkoreanische Geheimdienst hatte zuvor mitgeteilt, Kim habe sie möglicherweise als Nachfolgerin ausgewählt.
Nordkorea: Kim Jong-uns Schwester Kim Yo-jong bei Parteitag befördert
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]