Militarisierung

Parchimer Stadtvertretung stimmt für Nutzung des Flughafens durch Marine

Die Stadt Parchim unterstützt die mögliche Nutzung ihres Flughafens durch die Marine. Sie erhofft sich dadurch wirtschaftliche Vorteile.

OAZ
2 Min
Im Verkehrsflughafen Schwerin-Parchim könnte schon bald die Bundeswehr einziehen.

Im Verkehrsflughafen Schwerin-Parchim könnte schon bald die Bundeswehr einziehen.

© BildFunkMV/IMAGO

Die Stadtvertretung von Parchim hat sich am Mittwochabend mit einer klaren Mehrheit für eine mögliche Nutzung des stillgelegten Flughafens durch die Deutsche Marine ausgesprochen. Mit 15 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen sprach sie sich für eine Resolution aus, die den Standort als potenziellen Marinestützpunkt empfiehlt. Hintergrund sind Überlegungen der Marine, den Flughafen als zusätzlichen Standort für Fliegerkommandos und Drohneninstandsetzungen zu nutzen.

Der Flughafen, der bereits bis 1992 militärisch genutzt wurde und über eine drei Kilometer lange Start- und Landebahn verfügt, bietet nach Einschätzung der Stadt ideale Bedingungen. Bürgermeister Dirk Flörke (CDU) erklärte, dass ein Ausbau zur Stärkung der Landes- und Bündnisverteidigung beitragen könne. Gleichzeitig erhoffe sich die Stadt wirtschaftliche Impulse durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und eine verbesserte regionale Infrastruktur.

Nach Angaben der Stadt reagiert Parchim damit auf eine „veränderte weltpolitische Lage“. Ein Ausbau des Flughafens sei aus Sicht der Stadt notwendig. Er könne einen „wichtigen Beitrag zur Landes- und Bündnisverteidigung leisten“.

Historie des Flughafens und offene Fragen

Der Flughafen hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nach der Nutzung durch sowjetische Streitkräfte bis 1992 wurde er anschließend privat genutzt und 2007 an einen chinesischen Investor verkauft. Der Traum eines internationalen Fracht-Drehkreuzes scheiterte jedoch, und 2019 meldete der Betreiber Insolvenz an. Seitdem liegt der Flughafen brach und wird aktuell als Stellfläche für Fahrzeuge genutzt.

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Ob die Marine tatsächlich nach Parchim kommt, ist jedoch noch ungewiss, denn neben der Kreisstadt von Ludwigslust-Parchim sind noch andere mögliche Standorte im Gespräch. Eine endgültige Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums wird erst Ende des ersten Quartals 2026 erwartet.

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