Arbeitskampf

Verdi droht Berliner Krankenhäusern von Vivantes mit Streik

Die Gewerkschaft will für die Vivantes-Tochterfirmen den Tarifvertrag, der im Mutterkonzern gilt. Vivantes verweist auf Sparzwänge. Die Politik schweigt – bis jetzt.

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Beschäftigte der Vivantes-Töchter demonstrieren vor dem Berliner Abgeordnetenhaus.

Beschäftigte der Vivantes-Töchter demonstrieren vor dem Berliner Abgeordnetenhaus.

© Christophe Gateau/dpa

Den Krankenhäusern von Vivantes in Berlin steht erneut ein Streik bevor. Betroffen wären die Tochterfirmen des landeseigenen Klinikunternehmens. Die Gewerkschaft Verdi ruft ihre Mitglieder unter den Beschäftigten zu einer Urabstimmung über einen sogenannten Erzwingungsstreik auf. Sie will erreichen, dass die Belegschaft den Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) erhält, der bereits für den Mutterkonzern gilt.

Am Freitag endete die zweite Verhandlungsrunde ohne eine Annäherung beider Seiten. „Knackpunkt in der Verhandlung ist ein Einstieg in die Betriebsrente VBL, die Vivantes weiterhin ablehnt“,  heißt es in einer Erklärung von Verdi. Ohne die VBL drohe vielen Beschäftigten der Tochterunternehmen die Altersarmut.

Der Verhandlungsführer Ben Brusniak sagt: „Der neue Vorschlag seitens der Geschäftsführung, nur bis Ende des Jahres einen Tarifvertrag abzuschließen, ist ein weiterer Versuch, sich der Verantwortung zu entziehen, endlich ein Ende der Ungerechtigkeit zwischen den Beschäftigten der Töchter und der Mutter zu erreichen.“

Treffen mit Spitzen der Koalition im Senat

Die Geschäftsführung von Vivantes verweist auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns und einen harten Sparkurs. „Unglücklich und wenig zuträglich wäre es aus unserer Sicht, wenn verdiseitig weitere Ressourcen in Streiks investiert würden“, sagt Dorothea Schmidt, Geschäftsführerin Personalmanagement bei Vivantes. „Dies bringt uns einem Verhandlungsergebnis kein Stück näher und geht vor allem zulasten der Gesundheitsversorgung der Berliner Bevölkerung.“

Die Regierungsparteien CDU und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass die Beschäftigten der Tochterfirmen in den TVöD eingruppiert werden sollen. Verdi möchte nun die politisch Verantwortlichen mit der Vivantes-Spitze an einen Tisch bringen. Man habe zu einem entsprechenden Termin eingeladen. Der SPD-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl im September, Steffen Krach, habe die Einladung angenommen, so Verdi, ebenso seine Parteikollegin Bettina König.

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