Der Dresdner Schriftsteller Uwe Tellkamp vertritt seit Jahren eine dezidiert migrationskritische Position, die ihm im deutschen Kulturbetrieb viel Gegenwind eingebracht hat. Dass der Kulturbetrieb sich über Kürzungen empöre, ohne den Zusammenhang mit den Migrationsausgaben sehen zu wollen, hält Tellkamp für unehrlich. Im Gespräch mit der OAZ erklärt er, warum seine Kritik über das Finanzielle hinausgeht.
So bekennt Tellkamp offen, Migration in der bisherigen Form nicht zu wollen – nicht aus Mangel an Empathie, wie er betont, sondern weil zum Humanismus auch das Recht der „angestammten Menschen" gehöre, ihre kulturelle Identität zu bewahren. Besonders den Zuzug aus islamisch geprägten Ländern sieht er als schwer vereinbar mit der deutschen Kultur, wobei er Kultur nicht als Hochkultur versteht, sondern als Alltagspraxis: Rechtsverständnis, Frauen- und Männerbild. Als Negativbeispiel nennt er das Frankfurter Bahnhofsviertel, dessen Zustände er in Dresden nicht erleben wolle.
Tellkamp plädiert für ein Einwanderungsmodell nach kanadischem oder australischem Vorbild mit gezielter, zahlenmäßig begrenzter Zuwanderung. Dass geschlossene Grenzen funktionieren könnten, sieht er auf Weihnachtsmärkten bereits bewiesen. Argumente, Migration sei im 21. Jahrhundert eine unaufhaltbare Realität, weist er zurück: „Wo ein politischer Wille ist, ist auch ein Weg." Auch die postkoloniale Begründung für offene Grenzen lehnt er als „interessengesteuerte Schuldausbeutung" ab.
Zugleich betont Tellkamp, dass ihm individuelle Schicksale durchaus nahegehen. Er habe einen pakistanischen Bekannten, mit dem ihn mehr verbinde als mit manchem Dresdner Nachbarn. Dennoch bleibe eine Nation ein kulturelles Konstrukt aus gemeinsamer Sprache, Geschichte und Schicksalsbewusstsein – und das lasse sich nicht beliebig ersetzen. Lesen Sie hier das Interview in voller Länge.
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