48 Jastimmen bei 53 abgegebenen Wahlzetteln – das klingt nach Triumph, nach breiter Zustimmung, nach institutioneller Stärke, nach einem Chef, hinter dem die gesamte Belegschaft steht. Tatsächlich aber sagt dieses Ergebnis vor allem eines aus: Dass der Fernsehrat die nächste Amtszeit abgesegnet hat für einen Mann, der seit Monaten von einer selbstverschuldeten Krise in die nächste taumelt. Man könnte das Demokratie nennen. Oder es als das bezeichnen, was es wirklich ist: das Versagen eines Systems und seines Kontrollgremiums, das sich verweigert und seiner Aufgabe mit der Konsequenz einer WG-Hausversammlung nachkommt.
Medienkolumne
Die Wiederwahl des ZDF-Intendanten oder die Kunst des institutionellen Selbstbetrugs
Am Freitag wählte der Fernsehrat des ZDF zwischen Norbert Himmler und Norbert Himmler. Mit einer Traumquote von über 90 Prozent.
Annekatrin Mücke
9 Min
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Der wiedergewählte ZDF-Intendant Norbert Himmler
© dpa
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