Thüringen ist laut einer aktuellen Analyse des Verbraucherportals StromAuskunft.de die Spitzenregion für Stromkosten in Deutschland – allerdings im Negativsinn. Die Studie zeigt, dass Haushalte in Thüringen mit die höchsten Strompreise zahlen, weit über dem Durchschnitt. Besonders betroffen sind Haushalte in der Grundversorgung, deren Preise sich stark unterscheiden, je nachdem, wo sie wohnen.
Die Untersuchung, die Strompreise von insgesamt 6.355 Städten und Gemeinden unter die Lupe nahm, zeigte einen deutlichen Unterschied zwischen Regionen: Während Haushalte in Stockstadt am Main (Bayern) mit 1.052 Euro pro Jahr die günstigsten Stromkosten haben, zahlen Bewohner in Eberbach (Baden-Württemberg) mit 2.195 Euro rund das Doppelte. Für die Berechnung wurde dabei ein Musterhaushalt in der Grundversorgung mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) zugrunde gelegt. Thüringen sticht dabei besonders hervor, denn 47 der 50 teuersten Stromregionen liegen in diesem Bundesland. Regionen wie Dingolfing-Landau in Bayern mit 1.229 Euro oder Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt mit 1.231 Euro schneiden hingegen deutlich günstiger ab.
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Bereits 2024 hatten verschiedene Vergleichsportale festgestellt, dass Thüringen die höchsten Strompreise zahlt: Im Vergleich zu anderen Bundesländern zahlen Familien in Thüringen mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden rund 2079 Euro – 25 Prozent mehr als beispielsweise Familien in Bremen, die mit 1662 Euro deutlich günstiger davonkommen. Singles in Thüringen müssen mit 741 Euro ebenfalls weit mehr zahlen als ihre Pendants in Bremen, die nur 583 Euro aufwenden müssen.
Deutliche Unterschiede bei Netzentgelten
Ein Grund für die extremen Unterschiede sind die sogenannten Netzentgelte, die etwa ein Viertel des Strompreises ausmachen. „Die starken Strompreisunterschiede zwischen den Bundesländern erklären sich teilweise aus den unterschiedlich hohen Stromnetzgebühren. Die hängen von der Fläche, der Anzahl der gewerblichen und privaten Stromanschlüsse sowie dem Ausbau der erneuerbaren Energien in der jeweiligen Region ab“, so Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Diese Gebühren, die für den Ausbau und die Nutzung des Stromnetzes erhoben werden, sind in ländlich geprägten Regionen wie Thüringen besonders hoch. Eine geringere Bevölkerungsdichte führt somit zwangsläufig zu höheren Belastungen pro Haushalt. Aber auch die Beschaffungskosten der Versorger spielen eine große Rolle.
Die aktuelle Analyse zeigt zudem, dass Haushalte deutlich Geld sparen können, wenn sie von der Grundversorgung in einen anderen Stromtarif wechseln. Bis zu 561 Euro im Jahr sind möglich. Jörg Heidjann, geschäftsführender Gesellschafter von Stromauskunft GmbH, betont: „Viele Haushalte könnten mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen, wenn sie ihren Stromanbieter wechseln.“
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