Nun also Hollywood, nun ist die derzeit auch international angesagteste deutsche Schauspielerin Sandra Hüller im Blockbuster „Der Astronaut – Project Hail Mary“ zu sehen. Die 47-Jährige spielt die weibliche Hauptrolle neben Ryan Gosling. Ihr Name steht auf den Plakaten direkt neben dem des Superstars.
Es ist der nächste Schritt einer bemerkenswerten Karriere: die Ankunft im großen Mainstream-Kino. Bislang glänzte Hüller, die schon drei Dutzend Film- und Theaterpreise gewonnen hat, vor allem in ernsthaften Kino-Kunstwerken wie etwa in „The Zone of Interest“ als Frau des Kommandanten des KZ Auschwitz. Der britische Streifen bekam 2023 den Oscar als bester internationaler Film.
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Im Jahr danach war sie für die Hauptrolle im französischen Film „Anatomie eines Falls“ für den Oscar und den Golden Globe nominiert. Nun bekam sie auf der Berlinale den Silbernen Bären für das deutsche Arthouse-Drama „Rose“.
Doch noch bevor der in die Kinos kommt, ist die gebürtige Suhlerin als Frau des Astronauten in einem der weltweit am heißesten erwarteten Science-Fiction-Abenteuer des Jahres zu sehen – mit einem kolportierten Budget von mehr als 150 Millionen Dollar.
Der „Terminator“-Moment
Es gibt viele Schauspieler, die viel bekannter sind, aber keinesfalls besser, denn Hüller hat eine Fähigkeit, die ziemlich selten ist. Wenn sie in einem Film auftritt, fällt sie auf, egal, wie der Rest des Films ist. Vielen Darstellern ist durchaus anzumerken, dass sie vor der Kamera schauspielern und ihre Figuren doch irgendwie auch gut aussehen lassen wollen. Sandra Hüller aber wirkt echt.
Etwa im großartigen deutschen Film „Toni Erdmann“ bei dieser spröden Sex-Pralinen-Szene oder wenn sie lang und laut Karaoke singt, dann wirkt das, als würde sie es zulassen, dass die realen Menschen im Kino einer realen Frau bei den alltäglichen Peinlichkeiten des Lebens zusehen – zur Not bis zum Fremdschämen. Ihre große Kunst ist, dass man mitunter eigentlich gar nicht mehr hinsehen will, aber nicht wegschauen kann.
Nun also das ganz große Ding: Hollywood und Ryan Gosling, der ebenfalls ein überzeugender Überzeugungstäter in Sachen Schauspiel ist. Vielleicht wird das Sandra Hüllers „Terminator“-Moment, also der Film, mit dem sie nicht nur bei Cineasten, sondern auch beim Massenpublikum zu einer festen Größe wird. Mal sehen. Denn wie der Film ankommt, ist völlig offen. Auch in den USA läuft er erst jetzt an.
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