Terrorismus

„Letzte Verteidigungswelle“: Razzia bei jungen Neonazis in mehreren Bundesländern

Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt insgesamt gegen zehn Beschuldigte, einige davon sind noch Jugendliche. Der Gruppe werden mehrere Straftaten vorgeworfen.

2 Min
Die Generalbundesanwaltschaft geht schon länger gegen die sogenannte „Letzte Verteidigungswelle“ vor.

Die Generalbundesanwaltschaft geht schon länger gegen die sogenannte „Letzte Verteidigungswelle“ vor.

© Bernd Wüstneck/dpa

Die Polizei hat erneut eine große Razzia gegen die rechtsextreme terroristische Vereinigung Letzte Verteidigungswelle durchgeführt. Wie die Generalbundesanwaltschaft mitteilte, werden seit Dienstagmorgen Räumlichkeiten an 16 Orten, in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein durchgeführt.

Die Ermittlungen richten sich gegen zehn Beschuldigte, bei ihnen soll es sich um Jugendliche und Heranwachsende handeln. Ihnen wird die Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Unter den Beschuldigt ist den Angaben zufolge auch der Anführer. Gegen zwei Beschuldigte wird auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Festnahmen gab es keine.

„Letzte Verteidigungswelle“ für mehrere Straftaten verantwortlich

Die Beschuldigten wird vorgeworfen, sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten zwischen April 2024 und Dezember 2024 einer rechtsextremistischen terroristischen Vereinigung angeschlossen haben, die sich selbst „Letzte Verteidigungs Welle (L.V.W)“ nennt.  Zwei Beschuldigte sollen vermeintlich pädophile Personen köperlich angegriffen und verletzt haben.

Die „Letzte Verteidigungswelle“ versteht sich laut Bundesanwaltschaft als letzte Instanz zur Verteidigung der „Deutschen Nation“, die Mitglieder folgten einer völkisch-nationalistischen Gesinnung. Ihr Ziel soll es sein, durch Gewalttaten vor allem gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems der Bundesrepublik herbeizuführen.

Die Gruppe soll für mehrere schwere Straftaten verantwortlich sein. Zwei Jugendliche sollen im Oktober 2024 einen Brandanschlag auf ein Kulturhaus in Altdöbern Brandenburg verübt haben, da sie dieses fälschlicherweise für einen Treffpunkt von Linken gehalten haben sollen.Das Haus brannte nieder, es entstand ein Sachschaden in Höhe von mehreren hunderttausend Euro. Zwei weitere Mitglieder der im Januar 2025 ein Fenster in einer bewohnten Flüchtlingsunterkunft in Schmölln zerstört und vergeblich versucht haben, das Gebäude unter Einsatz von Pyrotechnik in Brand zu setzen.

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Im Dezember wurden acht teils minderjährige Mitglieder der Gruppe wegen versuchten Mordes sowie Mitgliedschaft in oder die Unterstützung einer inländischen terroristischen Vereinigung angeklagt.

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