Kommunalpolitik

Bürgermeisterwahlen in Sachsen: Drei Parteilose setzen sich durch

In drei sächsischen Gemeinden haben parteilose Kandidaten die Bürgermeisterwahlen gewonnen. In Oelsnitz wurde der CDU-Amtsinhaber nach 14 Jahren knapp abgewählt.

OAZ
3 Min
Im vogtländischen Oelsnitz kam es bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag zu einer Überraschung, als die Politikneueinsteigerin Silke Jahn gewann.

Im vogtländischen Oelsnitz kam es bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag zu einer Überraschung, als die Politikneueinsteigerin Silke Jahn gewann.

© ArTo/Zoonar.com/IMAGO

In drei sächsischen Gemeinden haben am Sonntag parteilose Kandidatinnen und Kandidaten die Bürgermeister- beziehungsweise Oberbürgermeisterwahlen gewonnen. Sowohl in Oelsnitz im Vogtland als auch in Moritzburg im Landkreis Meißen und in Fraureuth im Landkreis Zwickau unterlagen die Mitbewerber von CDU und AfD teils deutlich, wie MDR Sachsen berichtete.

Knappes Ergebnis in Oelsnitz im Vogtland

Für die größte Überraschung sorgte die Oberbürgermeisterwahl in Oelsnitz im Vogtland. Die 46-jährige Diplom-Rechtspflegerin Silke Jahn, die als Einzelkandidatin antrat, besiegte den seit 2012 amtierenden CDU-Oberbürgermeister Mario Horn mit hauchdünnem Vorsprung. Laut vorläufigem Ergebnis erhielt Jahn 2.369 Stimmen (51,5 Prozent), Horn kam auf 2.233 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,1 Prozent – von 8.121 Wahlberechtigten gaben 4.638 ihre Stimme ab.

„Es ist eine riesige Überraschung für mich“, sagte Jahn. Die Politikneueinsteigerin, die derzeit als Standesbeamtin in Adorf arbeitet, wurde von der Freien Oelsnitzer Bürgerschaft (FOB) sowie der Initiative Oelsnitz unterstützt, einer erst im vergangenen Jahr gegründeten Wählergemeinschaft. Mit dem Ergebnis endet nach 14 Jahren die Amtszeit von Horn, der 2012 die Nachfolge der verstorbenen Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius angetreten hatte. Jahn kündigte an, sich auf das Miteinander in der Stadt konzentrieren zu wollen: „Gerechtigkeit, Loyalität und Gemeinschaftssinn sind Werte, für die ich einstehe.“

Deutlicher Sieg in Moritzburg

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Wesentlich klarer fiel das Ergebnis in Moritzburg aus. Die 49-jährige Amtsanwältin Katrin Sontag setzte sich mit 78,2 Prozent der Stimmen gegen den CDU-Kandidaten Marcel Vetter durch, der auf 21,8 Prozent kam. Sontag erhielt 3.234 Stimmen, Vetter 903 – bei 82 ungültigen Stimmen. Die parteilose Kandidatin lag laut vorläufigem Endergebnis in allen sechs Ortsteilen sowie bei der Briefwahl vorn. Die Wahlbeteiligung betrug 62,7 Prozent, 4.219 von 6.733 Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

„Ich freue mich riesig, das hätte ich so nicht erwartet“, sagte Sontag zu dem Ergebnis. „Mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen, es hat sich gelohnt." Sie wird damit die erste Bürgermeisterin in der Geschichte der Gemeinde. Sontag folgt auf Jörg Hänisch, der vorzeitig seinen Rücktritt erklärt hatte.

Safferthal siegt klar in Fraureuth

Auch in Fraureuth im Landkreis Zwickau gewann ein parteiloser Kandidat. Hauptamtsleiter Robby Safferthal, Jahrgang 1978, erhielt laut vorläufigem Ergebnis 68,8 Prozent der Stimmen und damit 1.967 Stimmen. Sein Gegenkandidat, der Metallbaumeister Jörg Theilig von der AfD, ebenfalls Jahrgang 1978, kam auf 894 Stimmen (31,2 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 68 Prozent – dem höchsten Wert unter den drei Wahlen. Safferthal wird Nachfolger des seit 2005 amtierenden Bürgermeisters Matthias Topitsch (CDU), der Ende Mai aus dem Amt scheidet und nicht erneut kandidiert hatte.

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