Sachsens Hochschulen haben sich in den vergangenen zehn Jahren als Gründungsschmieden etabliert: Mehr als 1.100 Unternehmen sind aus den Universitäten und Fachhochschulen des Freistaates hervorgegangen. Der Großteil dieser Start-ups hat nach Angaben des sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft die als kritisch geltenden ersten fünf Jahre nach der Gründung überstanden.
Von den Neugründungen seit 2016 entfallen 837 auf die vier sächsischen Universitäten, weitere 297 gingen aus den Hochschulen für angewandte Wissenschaften hervor, wie das Ministerium in Dresden mitteilte. Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) erklärte, man wolle den Transfer von Forschungsergebnissen in sächsische Unternehmen ebenso wie Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen weiter vorantreiben. Der Koalitionsvertrag sehe vor, den Wissenschaftseinrichtungen größere Freiheiten bei der Beteiligung an Unternehmen einzuräumen.
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TU Dresden verteidigt Exzellenzstatus
Gemkow betonte, dass gerade die Verbindung aus wissenschaftlicher Exzellenz und Unternehmertum über Start-ups Forschungsergebnisse wirtschaftlich nutzbar machen könne. Patente könnten dabei die Attraktivität junger Unternehmen für Risikokapitalgeber wesentlich steigern.
Sachsen bei Patentanmeldungen Spitzenreiter
Auch bei diesen setzen die sächsischen Hochschulen Maßstäbe. Die TU Dresden, eine der Exzellenzuniversitäten Deutschlands, meldete zwischen 2022 und 2025 über 300 Patente an – mehr als jede andere deutsche Hochschule, wie das Deutsche Patent- und Markenamt in München bestätigte. Insgesamt kamen die staatlichen Hochschulen in Sachsen in den vergangenen vier Jahren auf 555 Patentanmeldungen. Gemessen an der Bevölkerungszahl übertrifft das Innovationspotenzial der ostdeutschen Hochschulen das der westdeutschen Einrichtungen laut Angaben des Bundesfinanzministeriums um 78 Prozent.
Gemkow verwies auf die günstigen Voraussetzungen im Freistaat: „Mit einem Schwerpunkt auf Natur- und Ingenieurwissenschaften an den sächsischen Hochschulen und dem an vielen Stellen spürbaren Forscher- und Erfindergeist haben wir ausgezeichnete Bedingungen für ein starkes Patentgeschehen.“ Ein professionelles Patentmanagement sei ein unverzichtbarer Teil der Hochschulinnovationsstrategie, mit der der Freistaat die Transferstrukturen stärke.
Neben der TU Dresden spielen auch andere sächsische Hochschulen eine tragende Rolle im Technologietransfer. Die TU Bergakademie Freiberg sicherte sich mit 107 Patentanmeldungen den zweiten Platz unter den sächsischen Einrichtungen, gefolgt von der TU Chemnitz mit 55 und der Universität Leipzig mit 39 Anmeldungen. Bei den Fachhochschulen lagen die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden mit 22 sowie die Hochschule Mittweida mit 15 Patentanmeldungen vorn.
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