Krankenhausatlas

Geburtskliniken in Ostdeutschland: Wege für werdende Mütter oft besonders lang

Neue Zahlen vom Statistischen Bundesamt zeigen keine gute Entwicklung für die Krankenhausversorgung in Ostdeutschland. Doch es gibt Lösungsansätze.

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Willkommen auf der Welt: Werdende Mütter sind im Osten oft lange unterwegs bis zur nächsten Entbindungsklinik.

Willkommen auf der Welt: Werdende Mütter sind im Osten oft lange unterwegs bis zur nächsten Entbindungsklinik.

© IMAGO/Zoonar.com/OKSANA SHUFRYCH

Die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsstationen hat sich in Deutschland seit der Wiedervereinigung mehr als halbiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sank ihre Zahl von 1186 im Jahr 1991 auf nur noch 578 im Jahr 2024 (minus 51,3 Prozent). Auch die Zahl der Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe ging deutlich zurück.

Besonders spürbar sind die Folgen dieser Entwicklung in ländlich geprägten Regionen, auch in weiten Teilen Ostdeutschlands. Denn der neu vorgestellte Krankenhausatlas zeigt: Während in Großstädten rund 95 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter eine Klinik binnen 15 Minuten erreichen, sind es in ländlichen Gemeinden nur knapp 30 Prozent.

So kann das Problem weiter Entfernungen gelöst werden

Gerade ostdeutsche Flächenländer mit dünner Besiedlung und größeren Entfernungen zwischen den Städten sind davon betroffen. Für viele werdende Mütter bedeutet das längere Anfahrtswege zur nächsten Geburtsklinik – teilweise über Landkreisgrenzen hinweg.

Hinzu kommt: Parallel zum Rückgang der Kliniken wurden Kapazitäten abgebaut. Die Zahl der Betten in Geburtshilfe und Frauenheilkunde sank seit 1991 um fast zwei Drittel.

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Experten und Gesundheitsplaner sehen mehrere Ansätze, um die Versorgung vor allem im ländlichen Raum  zu verbessern: Zum einen können Regionale Geburtshilfe-Netzwerke gestärkt werden. Dabei arbeiten Kliniken, Hebammen und Rettungsdienste enger zusammen, um Transporte besser zu koordinieren und Notfälle schneller zu versorgen.

Auch die Stärkung von Hebammenangeboten vor Ort könnte die Situation in Ostdeutschland womöglich verbessern. Denn Geburtshäuser oder aufsuchende Hebammenbetreuung können Wege zumindest teilweise ersetzen oder verkürzen.

Digitale Angebote ermöglichen zudem  Voruntersuchungen und Beratung ohne lange Anfahrten, was besonders wichtig in strukturschwachen Regionen ist.

Gesundheitspolitisch wird zunehmend auf weniger, aber besser ausgestattete Kliniken gesetzt – verbunden mit gut organisierten Transportwegen.  Auch Schnellere Notfalltransporte – zum Beispiel spezialisierte Notarztwagen für Geburten – gewinnen zunehmend an Bedeutung.

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