Sicherheit

Kriminalität in Brandenburg sinkt – doch Gewalt und Sexualdelikte nehmen zu

Laut Statistik sinken die Straftaten in dem Bundesland. Eine deutliche Zunahme gibt es im Bereich kinder- und jugendpornografischer Inhalte.

3 Min
Die Brandenburger Polizei zählte im vergangenen Jahr insgesamt weniger Straftaten.

Die Brandenburger Polizei zählte im vergangenen Jahr insgesamt weniger Straftaten.

© Soeren Stache/dpa

Die Gesamtkriminalität in Brandenburg ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen, gleichzeitig verzeichnet die Polizei aber einen spürbaren Anstieg bei Gewaltdelikten und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Kriminalstatistik des Landes hervor.

Insgesamt registrierten die Behörden 166.508 Straftaten – ein Rückgang um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rechnet man ausländerrechtliche Verstöße heraus, liegt die Zahl bei 151.124 Fällen. Das Innenministerium sprach dabei von einem „historischen Tiefstwert". Die Aufklärungsquote sank leicht von 58,4 auf 57,7 Prozent.

Diebstahlsdelikte machten mit 50.612 Fällen knapp ein Drittel aller registrierten Straftaten aus, gingen aber um 4,5 Prozent zurück. Auch die Drogenkriminalität verringerte sich massiv – um rund 39 Prozent. Hauptgrund dafür ist laut Statistik die Teillegalisierung von Cannabis im April 2024.

Mehr Messerangriffe und Gewalttaten in Wohnungen

Gegen den positiven Gesamttrend stieg die Gewaltkriminalität um zwei Prozent auf 5443 Fälle. Fast ein Viertel dieser Taten ereignete sich in Wohnungen. Besonders ins Gewicht fielen gefährliche und schwere Körperverletzungen mit 3923 Fällen sowie 1130 Raubdelikte. Die Zahl der Messerangriffe erhöhte sich um 72 auf 865 Fälle. Bei 25 Fällen von Mord und Totschlag kam ein Messer zum Einsatz – im Vorjahr waren es 18.

Noch stärker fiel der Anstieg bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aus: Um 18,5 Prozent kletterte die Fallzahl auf 3344 – ein Plus von 522 Fällen. Der sexuelle Missbrauch von Kindern nahm um 7,7 Prozent auf 445 Fälle zu, der von Jugendlichen um 28,2 Prozent auf 50 Fälle. Besonders auffällig war die Zunahme bei der Verbreitung, dem Erwerb, Besitz und der Herstellung kinder- und jugendpornografischer Inhalte: Die Zahl der Fälle mit kinderpornografischem Material stieg von 812 um 45 Prozent auf 1177. Mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen in diesem Bereich waren laut Polizeibericht selbst minderjährig. Sie stellten überwiegend Aufnahmen von sich selbst her, luden Inhalte aus dem Internet herunter oder verbreiteten diese in Chatgruppen.

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Schulgewalt auf hohem Niveau, weniger Angriffe auf Polizei

An Schulen ging die Zahl der sogenannten Opferdelikte um 3,3 Prozent auf 1.531 Fälle zurück. Vorsätzlich einfache Körperverletzungen im Schulkontext sanken um 11,6 Prozent auf 754 Fälle. Dennoch bewege sich das Niveau weiterhin hoch, so die Statistik. Mehr als jedes zehnte Opfer war eine Lehrkraft.

Die Zahl der Polizeibeamten, die Opfer von Gewaltdelikten wurden, sank um 6,8 Prozent auf 2.877. Dabei wurden 380 Beamte leicht und drei schwer verletzt – im Vorjahr waren es noch 501 leicht und zwei schwer Verletzte. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) zeigte sich dennoch besorgt: „Jeder Angriff auf diejenigen, die sich mit größtem persönlichem Einsatz tagtäglich für die Sicherheit und Gesundheit unserer Bevölkerung einsetzen, ist einer zu viel." Auch wenn die Zahlen leicht zurückgegangen seien, verharrten sie auf einem hohen Niveau, so Redmann.

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