Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) hat vor einer dramatischen Zuspitzung der Personalsituation an den Schulen des Landes gewarnt. „Wir werden im nächsten Schuljahr den absoluten Höhepunkt erleben mit den höchsten Schülerzahlen in Brandenburg und dem größten Lehrermangel", sagte Hoffmann im Bildungsausschuss des Landtags. Er könne bereits jetzt nicht garantieren, dass die vorgeschriebene Stundentafel – also die festgelegte Zahl der Unterrichtsstunden pro Fach – im kommenden Schuljahr in gewohntem Umfang eingehalten werden könne.
Gleichzeitig steigen die Schülerzahlen weiter an: Mehr als 323.000 Kinder und Jugendliche besuchen laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg im laufenden Schuljahr die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen des Landes. Das entspricht einem Plus von rund 2500 Schülern beziehungsweise 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein an den allgemeinbildenden Schulen sind es knapp 2300 mehr als im vergangenen Jahr.
Die Lage wird durch Sparmaßnahmen zusätzlich verschärft: Im Haushalt 2025 wurden 345 Vollzeit-Lehrerstellen gestrichen. Hoffmann räumte ein, dass diese Kürzungen die Situation verschlechtert hätten. „Durch die Stellenkürzungen konnten im letzten Schuljahr sehr viele Seiteneinsteiger nicht eingestellt werden", so der Minister.
Zusätzliche Unterrichtsstunde bleibt bestehen
Um den Unterricht im kommenden Schuljahr überhaupt sicherstellen zu können, will Hoffmann an der seit Anfang Februar geltenden Regelung festhalten, wonach die meisten Lehrkräfte in Brandenburg eine zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche leisten müssen. Zudem kündigte der Minister an, 250 Lehrkräfte zusätzlich einstellen zu wollen. Ob diese Maßnahmen ausreichen, ließ er offen – es werde „wahnsinnig schwierig", die benötigten Kräfte zu finden.
Weniger Einschulungen, aber insgesamt mehr Schüler
Trotz des Gesamtanstiegs zeigt sich bei den Einschulungen ein gegenläufiger Trend: Rund 24.000 Kinder wurden zum laufenden Schuljahr eingeschult – das waren 702 weniger als im Vorjahr und damit der zweite Rückgang in Folge. Dieser Trend sei an fast allen Grundschulformen sichtbar, teilte das Statistikamt mit. Lediglich an Förderschulen gab es einen geringen Zuwachs von 51 Schülern.
Insgesamt verzeichneten Grundschulen (132.939 Schüler), Gesamtschulen (28.535), Gymnasien (58.073) und Förderschulen (9894) dennoch steigende Zahlen. An Oberschulen (49.615), Beruflichen Gymnasien (3.929) und Schulen des Zweiten Bildungsweges (1313) stagnierten die Schülerzahlen hingegen.
Brandenburg war bereits mit einem Lehrermangel in das laufende Schuljahr gestartet. Die Kombination aus wachsenden Schülerzahlen, gestrichenen Stellen und fehlenden Bewerbern stellt das Land nun vor eine seiner größten bildungspolitischen Herausforderungen.
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