Die im Osten Deutschlands verbreitete Discounterkette Groschen Markt steht vor dem Aus. Die hinter der Marke stehende DEC Handelsgesellschaft mbH mit Sitz im thüringischen Dingelstädt musste bereits im Dezember 2025 Insolvenz anmelden. Das Amtsgericht Mühlhausen will das Verfahren voraussichtlich am 1. April eröffnen. Rund 190 Arbeitsplätze und mehr als 40 Filialen in Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind betroffen.
Wie die Kanzlei Brinkmann & Partner mitteilte, führt der eingesetzte Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann bereits seit Wochen Gespräche mit mehreren Investoren aus dem Einzelhandel. Drei potenzielle Geldgeber sollen demnach Interesse an einer Übernahme signalisiert haben. Laut übereinstimmenden Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Bild-Zeitung könnten mehr als 30 der zuletzt 41 Filialen erhalten bleiben. Welche Unternehmen hinter den Interessenten stehen, bleibt vorerst geheim. „Aufgrund bestehender gegenseitiger Vertraulichkeitsvereinbarungen können die Markennamen noch nicht öffentlich genannt werden“, teilte die Kanzlei mit.
Allerdings planen sämtliche Interessenten, die übernommenen Filialen unter eigenen Namen und mit neuen Konzepten weiterzuführen. Die Marke Groschen Markt dürfte damit endgültig verschwinden.
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Hoffnung für die Mitarbeiter
Für die rund 170 in den Filialen beschäftigten Mitarbeiter gibt es dennoch eine gewisse Perspektive. Insolvenzverwalter Spiekermann erklärte: „Wir bemühen uns um jeden Arbeitsplatz.“ Allerdings sei die Situation dadurch erschwert, dass die DEC Handelsgesellschaft sämtliche Standorte lediglich angemietet hat. „Da Groschen Markt allerdings Mieter ist, bedarf es für die Zukunftslösung einer jeden Filiale der Zustimmung des jeweiligen Vermieters“, so Spiekermann. Verträge mit den Investoren können erst nach der formellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens im April unterzeichnet werden.
Die Gründe für die Insolvenz liegen laut dem Unternehmen in einem veränderten Kaufverhalten der Verbraucher und einem zunehmenden Wettbewerbsdruck. Internationale Billigketten wie Action und Tedi sowie chinesische Online-Händler machten der ostdeutschen Kette das Geschäft zunehmend schwer. Insolvenzverwalter Spiekermann sagte gegenüber der Bild-Zeitung: „Das Kaufverhalten der Deutschen hat sich geändert.“ Zudem hätten die Menschen in Deutschland insgesamt weniger Geld zur Verfügung, was sich auch beim Kauf günstiger Waren bemerkbar mache.
Die Groschen-Markt-Filialen befinden sich überwiegend in ländlichen Regionen und Kleinstädten – etwa in Trebbin, Luckenwalde und Sperenberg in Brandenburg, in Köthen und Teutschenthal in Sachsen-Anhalt, in Radeberg, Großenhain und Zwickau in Sachsen sowie an zahlreichen Standorten in Thüringen, darunter Friedrichroda, Saalfeld und Mühlhausen. Auf insgesamt mehr als 35.000 Quadratmetern Verkaufsfläche bot das Unternehmen günstige Haushaltsartikel, Schreibwaren, Dekorationsartikel sowie Garten- und Freizeitprodukte von rund 240 Lieferanten an.
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