Der FC Carl Zeiss Jena hat am Sonntag beim Erzrivalen FC Rot-Weiß Erfurt etwas Historisches geschafft. Erstmals seit 16 Jahren konnten die Kicker aus Jena den Rasen im Erfurter Steigerwaldstadion wieder als Sieger verlassen. Im Landespokal-Halbfinale Thüringens schlugen sie die Rot-Weißen in einem echten Pokalkrimi mit mehreren Unterbrechungen inklusive Verlängerung und Elfmeterschießen mit 9:7. Im Endspiel trifft Jena nun am 24. Mai auf den ZFC Meuselwitz.
Die 15.040 Zuschauer, darunter 2.000 mitgereiste Jena-Fans, durften an diesem Pokalsonntag in Erfurt ein unglaubliches Fußball-Spektakel miterleben, das jede Menge Emotionen bot. Nach der 3:2-Pausenführung für die Gäste ging es nach dem 4:4 am Ende der regulären Spielzeit in die Verlängerung.
Nach dem 5:5 am Ende der Extra-Time wurde immer noch kein Sieger gefunden, sodass die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen musste. Dort avancierte Jenas Keeper Marius Liesegang mit zwei gehaltenen Schüssen zum Pokalhelden, während seine Mitspieler – im Gegensatz zu den beiden Pechvögeln bei Rot-Weiß – vom Punkt die Nerven behielten. Folglich zog der FCC mit 9:7 das viel umjubelte Finalticket.
Jena kämpft gegen Meuselwitz um den Pokalsieg
Jenas Trainer Volkan Uluc sagte nach dem historischen Pokalsieg beim Erzrivalen gegenüber dem MDR: „Das war ein Spiel, das du keinem erklären kannst. Die Jungs haben hier wirklich einen tollen Fight hingelegt. Wir sind überglücklich, da es ja ein paar Tage her ist, dass eine Jenaer Mannschaft hier gewonnen hat. Die Jungs haben hier heute ein Stück Geschichte geschrieben. Über dieses Spiel wird man in zehn bis 15 Jahren noch reden.“
Erfurts Trainer Fabian Gerber meinte nach dem knappen Pokalaus seiner Mannschaft: „Ich glaube, jeder ist hier heute auf seine Kosten gekommen. Das war natürlich ein Wahnsinnsspiel, in dem wir aber zu einfache Gegentore bekommen haben. Es gibt jetzt bei uns keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir konzentrieren uns auf das nächste Spiel gegen Lok Leipzig.“
Während Erfurt nun in den nächsten Tagen das haarscharfe Pokalaus verdauen und den Blick auf das nächste Regionalligaspiel am Sonnabend (4. April, 14 Uhr) beim Spitzenreiter in Leipzig richten muss, freut sich Jena auf das Thüringenpokalfinale am 24. Mai. Dort trifft Carl Zeiss auf den Regionalliga-Konkurrenten Meuselwitz, der mit einem glanzlosen 3:1-Sieg beim Verbandsligisten BW 91 Bad Frankenhausen seiner Favoritenrolle gerecht wurde. „Wir haben uns heute ein wenig ins Finale gemogelt. Dreimal mit Meuselwitz ins Finale – diese Vision haben wir uns hier erfüllt, auch wenn es nicht immer schön aussah“, meinte ZFC-Coach Georg-Martin Leopold nach dem Finaleinzug.
Stahl Riesa sorgt für Pokalüberraschung
Im Landespokal-Halbfinale Sachsen-Anhalts haben die Favoriten ebenfalls ihre Pflichtaufgaben erfüllt. Regionalligist Hallescher FC trifft nach einem glatten 5:0-Sieg beim Verbandsligisten Eintracht Emseloh am 23. Mai auf den VfB Germania Halberstadt. Der Oberligist behielt beim zwei Klassen tiefer spielenden Landesligisten SSV 80 Gardelegen mit 5:1 die Oberhand. Für Halberstadt ist es der sechste Einzug ins Pokalfinale, gewonnen hat der aktuelle Dritte der Oberliga die Trophäe bisher noch nie.
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In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurden am Wochenende die Viertelfinals im Landespokal ausgespielt. Im Sachsenpokal zog der FC Erzgebirge Aue mit einem 10:0-Sieg gegen den SSV Fortschritt Lichtenstein ins Halbfinale ein. Für den Drittligisten war der Pokalerfolg beim Gastgeber aus der Landesklasse der erste Pflichtspielsieg in diesem Jahr. Aue trifft im Halbfinale auf den Regionalligisten Chemnitzer FC, der sich beim Oberligisten FC Grimma mit einem knappen 1:0-Sieg das Weiterkommen sicherte.
Regionalligist FSV Zwickau zog nach einem knappen 2:1-Sieg beim Oberligisten VfB Auerbach in die Runde der letzten vier Mannschaften im Sachsenpokal ein. Dort trifft Zwickau auf die BSG Stahl Riesa. Der Gastgeber aus der Sachsenliga sorgte mit dem 2:1-Erfolg gegen den eine Klasse höher spielenden Oberligisten VFC Plauen für eine Pokalüberraschung.
Titelverteidiger spielt gegen Regionalligisten
Im Landespokal Mecklenburg-Vorpommern sorgte Drittligist FC Hansa Rostock für einen klaren Favoritensieg. Im Viertelfinale setzte sich die „Kogge“ beim Verbandsligisten 1. FC Neubrandenburg 04 deutlich mit 5:1 durch. Titelverteidiger Hansa Rostock trifft nun im Halbfinale auf den zugelosten Greifswalder FC. Der Regionalligist zog beim Gastgeber TSG Neustrelitz aus der Oberliga mit einem 3:1-Sieg nach Verlängerung das Halbfinal-Ticket.
Für das Landespokal-Halbfinale im Norden Ostdeutschlands qualifizierten sich ebenfalls Oberligist FC Anker Wismar mit einem 4:0-Sieg beim eine Klasse tiefer spielenden FC-Förderkader René Schneider aus der Verbandsliga sowie der SV Pastow mit einem 5:1-Erfolg im Verbandsliga-Duell gegen den FSV Bentwisch.
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