Schicksalswahl

Sonderfall Ungarn: Warum das Land immer wieder aus der Reihe tanzt

Viktor Orbán steht in langer Tradition: Ob im Gulaschkommunismus, im Verhältnis zu Hitler oder zur EU, ob kulturell oder politisch – Ungarn bleibt speziell.

9 Min
Zum Ärger der DDR-Führung: Am 11. September 1989 öffnete sich an der ungarisch-österreichischen Grenze der Eiserne Vorhang. Mehr als 10.000 Übersiedler aus der DDR kamen in den ersten 24 Stunden nach der Öffnung in bayerischen Auffanglagern an.

Zum Ärger der DDR-Führung: Am 11. September 1989 öffnete sich an der ungarisch-österreichischen Grenze der Eiserne Vorhang. Mehr als 10.000 Übersiedler aus der DDR kamen in den ersten 24 Stunden nach der Öffnung in bayerischen Auffanglagern an.

© Wolfgang Kumm/dpa

Dass Ungarn aus der Reihe tanzt, das weiß man nicht erst, seit Viktor Orbán, 62, in der EU stänkert, Sonderrechte einfordert, Entscheidungen blockiert, sich Beschlüssen verweigert, Flüchtlinge rauswirft – eben ständig querschießt und nervt. Der seit 16 Jahren als starker Mann regierende Nationalkonservative und seine Partei Fidesz haben Ungarn – lange Zeit getragen vom Mehrheitswillen – zu einem Land gemacht, das von Autoritarismus, nationaler Identitätspolitik und einem illiberalen Demokratieverständnis geprägt ist.

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