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Postminister in Kohl-Regierung: Christian Schwarz-Schilling ist tot

Der ehemalige CDU-Politiker, Bundesminister und Balkan-Vermittler Christian Schwarz-Schilling ist gestorben. Er wurde 95 Jahre alt.

2 Min
Christian Schwarz-Schilling im EU-Hauptquartier in Brüssel im Jahr 2006

Christian Schwarz-Schilling im EU-Hauptquartier in Brüssel im Jahr 2006

© John Tys/AFP

Der frühere Bundesminister für Post und Telekommunikation, Christian Schwarz-Schilling (CDU), ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Das teilte die CDU Hessen am Dienstag mit. Schwarz-Schilling gehörte zu den Kabinettsmitgliedern von Helmut Kohl und war später Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina.

Ab 1976 saß Schwarz-Schilling als Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Von 1982 bis 1992 leitete er das Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, das später in Bundesministerium für Post und Telekommunikation umbenannt wurde. Als Minister verantwortete er Teile der Reform des Fernmeldewesens. Kritik erntete er für seine Entscheidung, beim Ausbau des deutschen Kabelnetzes auf Kupferkabel statt auf Glasfaser zu setzen.

Rücktritt aus Protest und Engagement auf dem Balkan

Sein Ministeramt legte Schwarz-Schilling 1992 aus eigenem Antrieb nieder. Er kritisierte die Bosnienpolitik der Bundesregierung als zu zögerlich und wollte mit seinem Rücktritt gegen das aus seiner Sicht unzureichende Handeln angesichts der Kriege im ehemaligen Jugoslawien protestieren.

Dieser Rücktritt markierte zugleich den Beginn eines jahrzehntelangen Engagements für Bosnien und Herzegowina. Ab 1995 wirkte Schwarz-Schilling als internationaler Vermittler im bosnischen Friedensprozess. 2006 übernahm er schließlich das Amt des Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina.

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Die CDU Hessen würdigte Schwarz-Schilling als „großen Demokraten“ und „Mann der klaren Haltung“. Sein Einsatz für „Frieden, Freiheit und Verständigung – besonders auf dem Balkan“ bleibe unvergessen, erklärte die Partei. Auch für die hessische CDU habe er als langjähriger Generalsekretär und stellvertretender Landesvorsitzender eine tragende Rolle gespielt und die Partei inhaltlich mitgestaltet. „Wir verneigen uns vor seinem Lebenswerk“, hieß es in der Mitteilung.

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