Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben am Mittwoch mehrere ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres (koreanisch: Ostmeer) abgefeuert. Der Generalstab erklärte laut der Nachrichtenagentur Yonhap, dass das Militär am Morgen Raketen aus der nordkoreanischen Region Wonsan geortet habe. Die Raketen seien rund 240 Kilometer weit geflogen.
Yonhap zufolge handelte es sich um den vierten bestätigten Raketenstart Nordkoreas in diesem Jahr. „Unser Militär überwacht die verschiedenen Bewegungen Nordkoreas im Rahmen einer robusten gemeinsamen Verteidigungshaltung von Südkorea und den USA genau“, so der Generalstab.
Diplomatische Zurückweisung aus Nordkorea
Das südkoreanische Präsidialamt berief laut Reuters am Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrats ein und bezeichnete die Starts als Provokation, die gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoße. Bereits am Dienstag hatte Nordkorea ein Geschoss abgefeuert, das offenbar kurz nach dem Start fehlschlug, berichtete Yonhap unter Berufung auf Militärangaben.
Die Raketentests fielen mit einer scharfen diplomatischen Zurückweisung zusammen. Jang Kum-chol, ein hochrangiger Vertreter des nordkoreanischen Außenministeriums, erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA, Südkoreas Identität als „feindlichster Staat“ bleibe unverändert.
Die Äußerungen standen in deutlichem Kontrast zu einer Erklärung vom Montag: Kim Yo-jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong-un hatte erklärt, ihr Bruder habe Lees Verhalten als „Ausdruck eines aufrichtigen und offenen Mannes“ bewertet, nachdem Lee sein Bedauern über Drohnenflüge von Privatpersonen in den Norden ausgedrückt hatte.
Japan: Beobachten Lage gemeinsam mit Südkorea und USA
Einige Beobachter in Seoul hatten dies laut Reuters als seltene Geste der Versöhnung gewertet. Jang wies solche Deutungen als „Wunschdenken“ zurück. Der Kern von Kim Yo-jongs Erklärung sei eine „klare Warnung“ gewesen, Südkorea solle sein „Fehlverhalten“ anerkennen und von Annäherungsversuchen absehen.
Das südkoreanische Präsidialamt erklärte laut Reuters am Mittwoch, Beleidigungen und feindselige Rhetorik trügen „nichts zur Förderung von Frieden und Stabilität“ auf der koreanischen Halbinsel bei. Nordkorea lehnt das UN-Verbot seiner Raketentests ab und beruft sich auf sein souveränes Recht auf Selbstverteidigung.
Japans Kabinettssekretär Minoru Kihara erklärte dem Bericht zufolge, die Raketen seien weder in japanische Hoheitsgewässer noch in die ausschließliche Wirtschaftszone eingedrungen. Pjöngjangs Handlungen bedrohten jedoch „Frieden und Sicherheit in der Region“, so Kihara. Tokio werde die Lage gemeinsam mit Seoul und Washington beobachten.
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