Das Verfahren gegen Wenke Brüdgam, die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte des Landes Mecklenburg-Vorpommern, ist von der Staatsanwaltschaft Stralsund eingestellt worden. Brüdgam hatte im Dezember 2025 eine Deutschlandfahne von einem Haus in Tribsees entfernt, worüber sie in einem Social-Media-Post berichtete. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, gehört das besagte Haus Brüdgam, wodurch der Vorfall nicht strafrechtlich relevant sei.
Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund habe Brüdgam nachweisen können, dass sie Eigentümerin des Grundstücks sei. „Nach den im Rahmen der Ermittlungen vorgelegten Unterlagen ist das von ihr bezeichnete Haus durch die Beschuldigte erworben worden“, so der Sprecher. Der Erwerb des Gebäudes habe bereits vor dem Zwischenfall stattgefunden. Das Entfernen einer Bundesflagge vom eigenen Grundstück sei rechtlich unbedenklich.
Der Vorfall hatte Anfang Dezember für erhebliche Kritik gesorgt. Brüdgam, die der Linkspartei angehört, veröffentlichte einen Video-Post, in dem sie mit einer zerknüllten Deutschlandfahne vor die Kamera trat. Sie erklärte, sie habe die Fahne auf dem Weg zu einer Mitgliederversammlung ihrer Partei entdeckt und entfernt. In ihrer Botschaft sagte sie: „Wer in diesen Zeiten Deutschland-Fahnen an leerstehende Häuser hängt, der will nicht zeigen, dass er sein Land mag, sondern der will letztlich Nationalismus propagieren und damit klar zum Faschismus aufrufen.“
Bundesweite Empörung und sieben Anzeigen
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Der Beitrag löste bundesweit Empörung aus und führte zu sieben Anzeigen, die unter anderem den Verdacht der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole zum Inhalt hatten. Angesichts des öffentlichen Drucks und der laufenden Ermittlungen trat Brüdgam kurz darauf von ihrem Amt als Landesgleichstellungsbeauftragte zurück.
Später äußerte Brüdgam im Gespräch mit dem NDR Bedauern über die Art ihrer Kommunikation. Sie habe in ihrer Social-Media-Botschaft nicht erwähnt, dass die Fahne von ihrem eigenen Grundstück stammte. „Es war ein großer kommunikativer Fehler, das nicht klarzustellen“, sagte sie. Sie habe damals ihr Privatleben schützen wollen und sich daher nicht zu den Eigentumsverhältnissen geäußert.
Mittlerweile arbeitet Wenke Brüdgam wieder im Rostocker Rathaus, und zwar im Büro der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger, die ebenfalls der Linkspartei angehört. Dort ist sie als Koordinatorin im Fachbereich Ehrenamt tätig. Die Stadtverwaltung bestätigte ihre Anstellung, die für öffentliche und parteipolitische Kritik sorgte (Die OAZ berichtete).
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