Trost findet der Blick allein bei den bunten Markierungen auf dem schwarzen Boden, in der Dunkelheit der Schaubühne. Einen Moment lang kann man sie für vergessenes Konfetti halten. Es sind sehr viele. Und wenn man um ihre Funktion weiß, versteht man, dass auch sie nur dazu da sind, die drei Schauspieler in technische Abläufe zu zwingen und als Multifunktionsroboter zu verwenden.
Das ist natürlich lang erprobte künstlerische Absicht bei Katie Mitchell, die mit der durchalgorithmisierten Spielweise die Entfremdung und Fremdbestimmung des Menschen in der wirklichen modernen Welt in dem letzten davon verschonten Lebensbereich – dem Theater – bis zur Kenntlichkeit nachahmt.
Theaterkritik
„Bluets“ in der Schaubühne: Wie Katie Mitchells Bühnenapparate die Schauspieler aussaugen
Die Inszenierung zerlegt in erprobter Mitchell-Manier Maggie Nelsons Essay „Bluets“ und die Schauspieler in kleinste Einheiten. Damit ist das FIND-Festival eröffnet.
3 Min
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„Bluets“ von Maggie Nelson
© Gianmarco Bresadola
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