Die australische Regierung hat am Donnerstag die Nationale Verteidigungsstrategie 2026 und das dazu gehörige Investitionsprogramm veröffentlicht. Vorgesehen sind laut dem Verteidigungsministerium zusätzliche 14 Milliarden australische Dollar innerhalb von vier Jahren und 53 Milliarden australische Dollar über das kommende Jahrzehnt – umgerechnet rund 38 Milliarden US-Dollar, wie AP berichtet.
Der Anteil der Verteidigungsausgaben soll laut Verteidigungsministerium von derzeit 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2033 auf drei Prozent steigen. Insgesamt stellt die Regierung nach eigenen Angaben 425 Milliarden australische Dollar über das Jahrzehnt bereit.
Marles: „Die Welt fühlt sich weniger sicher“
Verteidigungsminister Richard Marles sagte laut AP am Donnerstag im National Press Club in Canberra, Australien stehe vor den „komplexesten und bedrohlichsten strategischen Umständen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs“. Der Krieg gegen den Iran habe die globale Sicherheitslage verkompliziert: „Die Welt fühlt sich weniger sicher.“ Zugleich unterstütze Australien das Ziel, dem Iran eine einsatzfähige Atomwaffe zu verwehren, erklärte Marles.
Marles wies laut AP den Eindruck zurück, die Ausgabenerhöhung sei eine Reaktion auf Druck der US-Regierung unter Präsident Donald Trump. Australien treffe eigene Entscheidungen über die Verwendung der Mittel. Allianzen, insbesondere mit den Vereinigten Staaten, blieben grundlegend für Australiens Verteidigung. Größere Eigenständigkeit sei nicht mit militärischer Autarkie zu verwechseln, sagte Marles laut AP.
U-Boote, Drohnen und Langstreckenwaffen
Das Investitionsprogramm setzt laut Verteidigungsministerium Schwerpunkte bei nuklear angetriebenen U-Booten im Rahmen des AUKUS-Abkommens mit den USA und Großbritannien, bei Langstreckenwaffen, integrierter Luft- und Raketenabwehr sowie bei autonomen und unbemannten Systemen zu Land, zur See und in der Luft. Laut AP zählen dazu die in Australien entwickelte unbemannte Drohne Ghost Bat und das Unterwasserdrohnenprojekt Ghost Shark.
Die geplante U-Boot-Flotte von mindestens acht Booten ist das größte Einzelvorhaben. AP beziffert die Kosten auf 268 bis 368 Milliarden australische Dollar über drei Jahrzehnte.
Die Strategie baut laut Verteidigungsministerium auf dem 2024 eingeführten Konzept der nationalen Verteidigung auf und zieht Lehren aus den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten. Zudem soll sie die heimische Rüstungsindustrie stärken und Partnerschaften in der Region ausbauen.
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