Wer derzeit über das flache Wasser vor der Insel Poel schaut, wird Zeuge eines seltenen Schauspiels: Es spiegelt sich dort das Drama einer Gesellschaft. Neben den Menschen in der Hauptrolle: ein Buckelwal. Seit dem 31. März 2026 liegt das Tier – von seinen Fans liebevoll „Timmy“ oder „Hope“ getauft, als könnte ein Name die Biologie überlisten – in anderthalb Metern Wassertiefe in der Wismarer Bucht. Seitdem hat sich um dieses eine Wildtier ein Spektakel entfaltet, das in seiner Intensität, seiner Emotionalität und seiner vollständigen Abwesenheit von Verhältnismäßigkeit mehr über Deutschland erzählt als jede Sonntagsrede über Werte und Empathie.
Ethik
Sterbender Wal „Timmy“: Warum sein Schicksal Deutschland mehr bewegt als Hunderttausende Tote
Menschen vereinen sich für sterbenden Wal – und wollen seinen Tod verhindern. „Timmy“ bekommt Livestream und Politiker-Termine. Was das über unsere Empathie verrät, ist verstörend.
8 Min
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DARF! NICHT! STERBEN! Buckelwal „Timmy“
© Daniel Müller/dpa
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