Energie

USA verlängern Lockerung von Sanktionen für russisches Öl

Das US-Finanzministerium verlängert eine Ausnahmeregelung für den Kauf russischen Öls. Finanzminister Scott Bessent hatte zuvor das Gegenteil angekündigt.

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US-Finanzminister Scott Bessent

US-Finanzminister Scott Bessent

© Brendan Smialowski/AFP

Das US-Finanzministerium hat am Freitag eine Ausnahmegenehmigung erlassen, die den Verkauf von bereits auf Tanker geladenem russischem Öl trotz bestehender Sanktionen für 30 weitere Tage erlaubt. Sie verlängert laut AP eine ähnliche, im März erteilte 30-tägige Regelung.

Die Lizenz gilt laut Bloomberg für Rohöl, das bis zum 17. April auf Tanker verladen wurde, und läuft bis zum 16. Mai. Sie schließt Geschäfte mit Personen im Iran, in Nordkorea, Kuba und einige von Russland besetzte ukrainische Regionen aus. Eine vorherige Genehmigung war am 11. April ausgelaufen.

Finanzminister kündigte Ende der Ausnahmeregelung an

Die Entscheidung markiert eine Kehrtwende: Finanzminister Scott Bessent hatte am Mittwoch im Weißen Haus erklärt, weder die Lizenz für russisches noch für iranisches Öl werde verlängert, wie AP berichtet. Die Regierung begründete den Sinneswandel zunächst nicht. Eine Ausnahmeregelung für iranisches Öl läuft am Sonntag aus.

Hintergrund ist der Krieg im Iran, der die Treibstoffpreise weltweit in die Höhe getrieben hat. Die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öls fließt, ist weitgehend geschlossen. Am Freitag erklärte die Führung in Teheran allerdings, die Meerenge sei für die kommerzielle Schifffahrt vorerst wieder offen, nachdem Israel einer Waffenruhe im Libanon zugestimmt habe. Die Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel laut Bloomberg daraufhin um neun Prozent auf rund 90 US-Dollar pro Barrel.

Asiatische Länder drängten offenbar auf Verlängerung der Lizenz

Asiatische Länder hatten die Trump-Regierung dem Bericht zufolge zur Verlängerung der Russland-Lizenz gedrängt, da sie mit Treibstoffmangel kämpfen. Einige Europäische Länder kritisierten die Regelung dagegen, weil Russland davon profitiere.

Die vorherige Ausnahmeregelung für russisches Rohöl „konnte die globalen Energiemärkte nicht wesentlich beruhigen“, sagte Brett Erickson, geschäftsführender Gesellschafter der Beratungsfirma Obsidian Risk Advisors, laut Bloomberg.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Freitag vor Journalisten, die USA und der Iran hätten „einige sehr gute Gespräche“ geführt, die am Wochenende fortgesetzt würden.

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