Die Zahl der Besuche der Bundeswehr an deutschen Schulen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Wie aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, besuchte die Bundeswehr allein im ersten Quartal diesen Jahres 2013 Schulbesuche.
Dabei gab es regional starke Unterschiede. In Berlin wurden von Januar bis März insgesamt zehn Schulen besucht. Die meisten Besuche entfielen auf Bayern mit 562 Terminen im ersten Quartal – das entspricht fast der Hälfte des bayerischen Gesamtwerts von rund 1100 Auftritten im Jahr 2025.
Bundeswehr darf nicht an Schulen rekrutieren
Es folgen Nordrhein-Westfalen mit 291, Niedersachsen mit 269 und Baden-Württemberg mit 219 Terminen. Selten zu Gast war die Bundeswehr dagegen im Saarland mit zwölf und in Bremen mit fünf Auftritten.
Auf Anfrage der Berliner Zeitung teilte ein Sprecher des Ministeriums mit, dass Bundeswehrangehörige seit mehr als 60 Jahren auf Einladung Schulen und Bildungsträger besuchen. Die Teilnahme sei dabei für die Schüler stets freiwillig.
Es gibt zwei Arten von Besuchen, so das Ministerium. „Zum einen erklären die sogenannten Jugendoffizierinnen und -offiziere den Auftrag und die Aufgaben der Bundeswehr und stellen ihre Bedeutung anschaulich dar“. Des Weiteren gebe es für die Schüler die Möglichkeit, sich bei den Karriereberatern der Bundeswehr über das Jobangebot zu informieren. Die Bundeswehr darf Schulen besuchen und dort über Sicherheitspolitik informieren, eine aktive Werbung für den Dienst ist ihr jedoch untersagt.
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Dem Jahresbericht der Bundeswehr zu den Jugendoffizieren zufolge gab es 2024 insgesamt 5586 Vorträge an Schulen, Hochschulen, in Vereinen und weiteren Organisationen. Die meisten Vorträge werden in Schulen durchgeführt. Die Nachfrage von Schulen im Freistaat Bayern sei nach Einführung des „Gesetzes zur Förderung der Bundeswehr in Bayern“ stark gestiegen.
An der verstärkten Präsenz der Bundeswehr an deutschen Schulen übt die Linke deutliche Kritik. „Aller Beteuerungen des Verteidigungsministeriums zum Trotz wird durch die Zahlen deutlich, dass eine Rekrutierungsabsicht nicht wegzureden ist“, so Nicole Gohlke, bildungspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, gegenüber der Rheinischen Post.
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