USA

Tucker Carlson entschuldigt sich für Trump-Unterstützung: „Menschen in die Irre geführt“

Auslöser ist der Krieg gegen den Iran, den die USA und Israel Ende Februar begonnen haben. Der frühere Fox-Moderator räumt Mitverantwortung für Trumps Rückkehr ein.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Tucker Carlson unterstützte Donald Trump im Wahlkampf und galt lange als einflussreiche Stimme im konservativen Lager der USA.

Tucker Carlson unterstützte Donald Trump im Wahlkampf und galt lange als einflussreiche Stimme im konservativen Lager der USA.

© Brian Cahn/imago

Der frühere Fox-News-Moderator Tucker Carlson hat sich am Montag in einer Folge seines Podcasts „The Tucker Carlson Show“ für seine Unterstützung von US-Präsident Donald Trump entschuldigt. Er werde von seiner Rolle bei Trumps Rückkehr ins Weiße Haus „lange gequält“ werden, sagte Carlson im Gespräch mit seinem Bruder Buckley Carlson, einem ehemaligen Redenschreiber Trumps.

„Ich möchte mich dafür entschuldigen, Menschen in die Irre geführt zu haben. Es war nicht beabsichtigt, mehr sage ich dazu nicht“, zitiert die New York Times Carlson. Es reiche nicht zu sagen, man habe seine Meinung geändert, so Carlson weiter; es sei „ein Moment, mit dem eigenen Gewissen zu ringen“.

Streit um den Iran-Krieg

Hintergrund des Bruchs ist der Krieg, den die USA und Israel Ende Februar gegen den Iran begonnen haben. Carlson, der dem Guardian zufolge fünf Tage vor der Wahl 2024 noch bei einer Trump-Kampagnenveranstaltung in Arizona auftrat, bezeichnet Trumps Rhetorik zum Iran als „auf jeder Ebene widerwärtig“. Besonders empört habe ihn laut New York Times eine Drohung Trumps am Ostersonntag auf Truth Social, der Iran werde „in der Hölle leben“, wenn er die Straße von Hormuz nicht öffne.

Carlson räumte gegenüber seinem Bruder ein, mitverantwortlich zu sein: „Du und ich und alle anderen, die ihn unterstützt haben – du hast Reden für ihn geschrieben, ich habe für ihn Wahlkampf gemacht – wir sind darin verwickelt“, zitiert ihn der Guardian.

Trump kontert mit Schmähungen

Trump griff Carlson und andere konservative Kriegskritiker vor zwei Wochen in einem Truth-Social-Beitrag als „Narren“ an und empfahl Carlson, „einen guten Psychiater“ aufzusuchen. Am vergangenen Freitag legte Trump nach und nannte Carlson eine „Person mit niedrigem IQ“, die „immer leicht zu schlagen“ sei.

Laut dem Medienportal TheWrap erklärte Trump zudem, Carlson habe „seinen Weg verloren“. MAGA stehe für „America first“, Carlson sei „nichts davon“. Die Trump-nahe Aktivistin Laura Loomer warf Carlson am Montag in sozialen Medien vor, das Land „den Demokraten ausliefern“ zu wollen, wie die New York Times berichtet.

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Medienstar des Trump-Universums

Carlson war über Jahre eines der bekanntesten Gesichter von Fox News. Als Schlüsselfigur des rechtskonservativen Medienbetriebs in den USA stand der Moderator für einen Stil der scharfen politischen Zuspitzung, mit dem der Sender sein trumpnahes Publikum band. Carlsons abrupte Trennung von Fox News im April 2023 war ein Einschnitt in einem Medienmilieu, das lange als geschlossen und publizistisch schlagkräftig galt.

Der Bruch fiel in eine Phase, in der Fox News durch den milliardenschweren Streit um Falschbehauptungen zur US-Wahl massiv unter Druck geraten war. Im Umfeld des 787,5-Millionen-Dollar-Vergleichs mit dem US-Wahltechnik-Unternehmen Dominion Voting Systems wurden interne Nachrichten öffentlich, die die Diskrepanz zwischen öffentlicher Trump-Nähe und internen Bewertungen offenlegten. Carlson wurde so auch zur Symbolfigur eines Systems, in dem politische Loyalität, wirtschaftliche Interessen und mediale Mobilisierung eng verzahnt sind.

Carlson hatte sich laut New York Times 2024 mit Trump arrangiert und unterstützte unter anderem JD Vance als Vizekandidaten.

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