Mittelmeer

Seenot: Libysche Küstenwache rettet 404 Migranten vor Tobruk

Die lybische Küstenwache hat mehr als 400 Migranten von zehn Booten geborgen. Wenige Tage zuvor forderte ein Bootsunglück in derselben Region zahlreiche Tote.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
2 Min
Ein verlassenes Schlauchboot treibt auf dem Mittelmeer.

Ein verlassenes Schlauchboot treibt auf dem Mittelmeer.

© Lukas Kaldenhoff/SOS Humanity e.v/obs

Die im Osten Libyens stationierte Küstenwache der Libyschen Nationalarmee (LNA) hat nach Angaben des Roten Halbmonds in Tobruk mindestens 404 Migranten von zehn Booten gerettet. Die Menschen hätten „harten Bedingungen auf See“ ausgesetzt gewesen, teilte die Hilfsorganisation am Mittwoch mit, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Tobruk liegt an der Küste im Osten Libyens nahe der Grenze zu Ägypten.

Die Geretteten stammten aus verschiedenen Ländern, hieß es vom Roten Halbmond weiter. Auf Facebook veröffentlichte Bilder zeigen Helferinnen und Helfer, die den Migranten Erste Hilfe leisten sowie Lebensmittel und Decken verteilen.

Libyen gilt als zentrales Transitland für Migranten, die überwiegend aus Ländern südlich der Sahara stammen. Sie versuchen, über Wüste und Mittelmeer nach Europa zu gelangen, um Konflikten und Armut zu entkommen, so Reuters.

Tödliches Bootsunglück bereits am Wochenende

Die Rettungsaktion folgt auf ein schweres Bootsunglück in derselben Region. Nach einem Reuters-Bericht wurde am Montag bestätigt, dass nach dem Kentern eines Bootes vor Tobruk zehn Migranten ums Leben gekommen sind. 31 weitere galten nach Angaben dreier libyscher Quellen sowie der Internationalen Organisation für Migration (IOM) noch als vermisst. Sechs Leichen seien bereits am Samstag an Land gespült worden.

Der Libysche Rote Halbmond hatte zudem am 19. April über einen separaten Einsatz vor Tobruk berichtet: Nach einem Notruf habe die Küstenwache trotz Wellenhöhen von mehr als zwei Metern eine Suche nach einem Schlauchboot eingeleitet. Einsatzkräfte der Tobruk-Sektion und der Küstenwache hätten 48 Stunden lang gesucht, bis das Boot gefunden wurde. Vier Menschen konnten lebend geborgen werden, sechs Leichen wurden geortet. Bereits zuvor hatten Helfer am Strand der Gemeinde Janzour zwei weitere Leichen entdeckt, vermutlich von weiblichen Migranten.

Nach Daten der IOM sind seit Jahresbeginn 2026 bis Anfang April 683 Migranten im Mittelmeer ums Leben gekommen oder werden vermisst.

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