Ein amerikanisches Bergbauunternehmen treibt den Ausbau seiner Kontrolle über ein bedeutendes Rohstoffprojekt in Grönland voran. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Critical Metals Corp eine Absichtserklärung unterzeichnet, um sämtliche ausstehenden Anteile an European Lithium zu übernehmen. Das Volumen der geplanten Transaktion liegt demnach bei rund 835 Millionen US-Dollar.
Ziel ist es, die vollständige Kontrolle über das Tanbreez-Projekt im Süden von Grönland zu sichern. Die Lagerstätte gilt als eines der größten bekannten Vorkommen sogenannter schwerer Seltener Erden. Diese Metalle werden unter anderem für Elektrofahrzeuge, Windkraftanlagen, Medizintechnik und militärische Anwendungen benötigt.
Kontrolle über strategische Rohstoffe
Critical Metals hält bereits rund 92,5 Prozent an dem Projekt. Die restlichen Anteile liegen bei European Lithium. Durch eine vollständige Übernahme könnten Entscheidungsprozesse vereinfacht und die Finanzierung des Projekts beschleunigt werden, berichtete Reuters unter Berufung auf das Unternehmen.
Der Abschluss der Transaktion wird derzeit für die zweite Jahreshälfte erwartet. Es handelt sich bislang jedoch lediglich um eine Absichtserklärung, ein verbindlicher Kaufvertrag steht noch aus.
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Teil eines größeren Rohstoffwettbewerbs
Der geplante Deal steht im Kontext eines wachsenden Wettbewerbs um kritische Rohstoffe. Staaten und Unternehmen in den USA und Europa versuchen seit Jahren, ihre Abhängigkeit von Lieferketten aus China zu verringern. Die Volksrepublik dominiert große Teile der globalen Förderung und Verarbeitung Seltener Erden. Projekte wie Tanbreez gewinnen in diesem Zusammenhang massiv an Bedeutung. Sie gelten als mögliche alternative Bezugsquellen für westliche Industrien. Deshalb geht es bei solchen Projekten nicht nur ums Geschäft, sondern auch um strategische Interessen.
Bereits zuvor hatte es Überlegungen innerhalb der Regierung von Donald Trump gegeben, sich direkt an Critical Metals zu beteiligen. Wie Reuters Ende vergangenen Jahres berichtete, wurde ein solcher Schritt geprüft, um den Zugang zu dem Projekt in Grönland zu sichern. Konkrete Entscheidungen dazu wurden jedoch nicht bekannt.
Großes Potenzial – unsicherer Weg zur Förderung
Grönland rückt seit Jahren stärker in den Blick internationaler Rohstoffstrategien. Das weitgehend unerschlossene Gebiet verfügt über bedeutende Vorkommen Seltener Erden sowie weiterer strategisch wichtiger Materialien. Gleichzeitig ist die Entwicklung solcher Projekte mit hohen Kosten, logistischen Herausforderungen und politischen Abstimmungen verbunden. Mit dem geplanten Deal würde Critical Metals seine Position in diesem Umfeld weiter ausbauen. Ob und wann das Projekt tatsächlich in Produktion geht, hängt jedoch von weiteren Investitionsentscheidungen und regulatorischen Genehmigungen ab.
Zugleich zeigt ein anderes Projekt, wie unsicher solche Vorhaben in Grönland sind. Erst Anfang April hatte die Regierung signalisiert, dass sie die Abbaulizenz für das Seltene-Erden-Projekt Kvanefjeld nicht verlängern will. Hintergrund sind Umweltauflagen und ein Gesetz, das den Abbau uranhaltiger Lagerstätten untersagt. Der Fall gilt als Rückschlag für westliche Rohstoffstrategien.
Vorwürfe gegen Einflussnahme der USA in Grönland
Parallel dazu gibt es konkrete Versuche, den Einfluss der USA auf Grönland auszubauen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters Mitte April berichtete, sollen Personen aus dem Umfeld von Trump mit Geldangeboten, politischen Kontakten und gezielten Kampagnen auf der Insel aktiv geworden sein. Demnach reichten die Aktivitäten von Investitionsangeboten an lokale Unternehmer bis hin zur Unterstützung öffentlicher Veranstaltungen.
Grönländische Politiker reagierten darauf mit scharfer Kritik. Außenminister Múte Egede sagte laut Reuters, Grönland gehöre „dem grönländischen Volk“. Die Abgeordnete Pipaluk Lynge sprach von Methoden, wie sie aus kolonialen Zusammenhängen bekannt seien.
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