Taiwans Präsident Lai Ching-te ist am Dienstag von einer dreitägigen Reise in das südafrikanische Königreich Eswatini zurückgekehrt und hat erklärt, dass sich Taiwan dem Druck Chinas nicht beugen werde. Das berichten der Sender Channel News Asia. Bei seiner Ankunft am Flughafen Taoyuan sagte Lai laut CNA: „Die Welt gehört allen. Taiwan gehört zur Welt.“ Staatsbesuche seien ein „Grundrecht“ jedes Landes, ergänzte er laut AP.
Wie CNA berichtet, nahm Lai Ching-tes Maschine auf dem Rückflug einen weiten Umweg über den südlichen Indischen Ozean, um die Lufträume von Mauritius und Madagaskar zu meiden. Die Route führte stattdessen über die australische Weihnachtsinsel, Indonesien, Malaysia und die Philippinen. Genutzt wurde laut CNA der Privatjet vom Typ Airbus A340 von König Mswati III., der zuvor von Taiwans China Airlines betrieben wurde.
Nach Angaben der taiwanischen Regierung, die sowohl CNA als auch AP zitieren, hatte China zuvor die Seychellen, Mauritius und Madagaskar dazu gedrängt, Überflugrechte für Ching-tes ursprünglich geplante Reise im April zu verweigern. Diese sollte zum 40. Thronjubiläum von König Mswati III. stattfinden und musste verschoben werden. AP berichtet, dass Peking nicht bestätigte, Druck ausgeübt zu haben, sich aber bei den drei Staaten für ihre Unterstützung des Ein-China-Prinzips bedankte.
Eswatini eines weniger Länder mit Beziehungen zu Taiwan
Wie CNA schreibt, betrachtet China Taiwan als Teil seines Territoriums ohne Recht auf zwischenstaatliche Beziehungen – eine Position, der Taipei entschieden widerspricht. Vergangene Woche hatte Peking laut CNA Lai Ching-te als „Ratte“ bezeichnet, die sich nach Eswatini „geschlichen“ habe. Eswatini ist eines von zwölf Ländern mit formellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan.
AP berichtet zudem, dass am vergangenen Wochenende Veranstalter einer Menschenrechtskonferenz in Sambia das Treffen abgesagt hätten, nachdem China den Gastgeber unter Druck gesetzt habe, taiwanische Aktivisten auszuschließen. Chinas Militär entsende laut AP zudem fast täglich Kampfjets und Marineschiffe in Richtung Taiwan.
Begleitet wurde Lai laut CNA auf dem Rückflug von Eswatinis stellvertretender Premierministerin Thulisile Dladla, die zuvor als Sondergesandte des Königs in Taipeh war. Das US-Außenministerium bezeichnete Taiwan gegenüber CNA als „vertrauenswürdigen und fähigen“ Partner. Lais letzte Auslandsreise vor dem Afrika-Besuch war laut CNA Ende 2024 eine Pazifik-Tour mit Zwischenstopps in Hawaii und Guam.
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